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Alkohol im Straßenverkehr

Von vielen Autofahrern wird das Fahren unter Alkoholeinfluss immer noch als Kavaliersdelikt angesehen. Die Rechtssprechung zeigt jedoch, dass nicht nur empfindliche Sanktionen als Ordnungswidrigkeit oder sogar als Straftat drohen. Oftmals hat eine Fahrt unter Alkoholeinfluss weitreichende Auswirkungen auch in andere Bereiche, die bis zur Gefährdung der eigenen Existenz reichen können. MEDICUS-Autor Carl Hoffmeister gibt einen Überblick über aktuelle gerichtliche Entscheidungen und zeigt anhand zahlreicher Beispiele auf, welch vielfältige Konsequenzen sich für Betroffene im Einzelfall ergeben können, aber auch welche Grenzen den Strafverfolgungsbehörden gesetzt sind.


In der Schweiz sind in den Jahren 2001 bis 2006 dreimal Befragungen von Kraftfahrzeugführern durch das dortige Bundesamt für Statistik und die schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung durchgeführt worden, um einen Überblick über die Entwicklung von Straßenverkehrsdelikten zu erhalten. Bemerkenswert ist, dass sich zwischen den Jahren 2004 und 2006 eine Verhaltensänderung zu der Problematik „Alkohol und Autofahren“ feststellen lässt. Die Verhaltensregel, auf Alkohol zu verzichten, wenn man plant, sich später ans Steuer zu setzen, ist immer stärker befolgt worden (Steigerung von 40 % im Jahr 2004 auf 44 % im Jahr 2006). Die Regel nicht zu fahren, wenn man getrunken hat, scheint jedoch immer weniger Beachtung zu finden (26 % im Jahr 2004 bzw. 20 % im Jahr 2006). Ein Drittel der Verkehrsteilnehmer hat 2006 angegeben, beide Verhaltensregeln zu befolgen, während 3% erklärt haben, keine besonderen Maßnahmen zur Vermeidung von Trunkenheit am Steuer zu ergreifen. Früher feststellbare Unterschiede zwischen Männern und Frauen haben sich 2006 nivelliert (1*). Die widersprüchlichen Ergebnisse dieser Schweizer Untersuchung gibt Anlass, auch in Deutschland das Thema „Alkohol am Steuer“ erneut aufzugreifen.

Punkte, Regelsätze und Fahrverbote

Das Führen eines Kraftfahrzeugs mit einer Atem- oder Blutalkoholkonzentration von 0,25 mg/l oder mehr (bzw. 0,5 Promille oder mehr), wird nach dem Bußgeldkatalog mit 4 Punkten und Regelsätzen von 250.- € beim ersten Mal, 500.- € beim zweiten Mal und 750.- € beim dritten Mal geahndet. Hinzu kommt ein Fahrverbot von einem Monat beim ersten Mal, im Wiederholungsfall von drei Monaten.

Eine Alkoholfahrt ist jedoch bereits ab 0,3 Promille strafbar, wenn Fahrfehler begangen werden oder ein Unfall verursacht wird, und wird wie eine Straßenverkehrsgefährdung unter Alkoholeinfluss ab 1,1 Promille bestraft. Eine Straßenverkehrsgefährdung unter Alkoholeinfluss bedingt die Entziehung der Fahrerlaubnis, eine Freiheits- beziehungsweise im Regelfall eine Geldstrafe sowie 7 Punkte in der „Verkehrssünderkartei“ des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg (2*). Für Fahranfänger auf Probe und Führerscheininhaber bis 21 Jahren gilt die sogenannte „Null-Promilleregelung“. Das Bußgeld beträgt in diesem Fall 125.- € zuzüglich 2 Punkten. Ein Fahrverbot wird jedoch nicht verhängt (3*).Löschung der Punkte in der „Verkehrssünderkartei“

Der Gesetzgeber differenziert zwischen Personen, die nur einmal oder gelegentlich auffällig geworden sind und Serientätern, in dem für die Löschung der Punkte ein differenziertes System vorgesehen ist: Nach zwei Jahren werden Punkte aus Bußgeldentscheidungen gelöscht, wenn zu einer begangenen Ordnungswidrigkeit keine weiteren hinzugekommen sind. Werden dagegen laufend weitere Ordnungswidrigkeiten eingetragen, erfolgt aufgrund der Tilgungshemmung eine Löschung spätestens nach fünf Jahren. Die Frist von fünf Jahren gilt auch bei Straftaten, die nicht im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen steht, ebenso bei Verboten oder Beschränkungen, ein fahrerlaubnisfreies Fahrzeug zu führen.
Eine Frist von zehn Jahren ist vorgesehen bei Straftaten, die im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen stehen, weiterhin bei Entziehung, Versagung oder Erteilungssperre der Fahrerlaubnis (4*).
Wichtig: Einträge im Verkehrszentralregister werden nach Eintritt der Tilgungsreife mit einer sogenannten „Überliegefrist“ von einem Jahr gelöscht, um die unberechtigte Löschung von Punkten zu vermeiden, wenn vor Eintritt der Tilgungsreife eine neue Tat begangen wurde, die innerhalb dieser Überliegefrist eingetragen wird (5*). Maßgeblich für den Beginn der Tilgungsfristen ist nicht der Tag der Verkehrs-Ordnungswidrigkeit, sondern der Zeitpunkt der Rechtskraft des Bußgeldbescheides oder der strafrechtlichen Entscheidung. Bei bestimmten Fallkonstellationen kann es daher ratsam sein, Rechtsmittel einzulegen, um die Eintragung früherer Verstöße noch löschen zu können. Die Löschung erfolgt im Übrigen von Amts wegen ohne Benachrichtigung des Betroffenen. Es kann jedoch sinnvoll sein, seinen Punktestand bei dem Kraftfahrt-Bundesamt schriftlich zu erfragen, wenn zum Beispiel der Nachwuchs vor dem 18. Lebensjahr den Führerschein erwerben will und man als Begleitperson fungieren soll (sogenannter „Führerschein mit 17“), da die Begleitperson nicht mehr als drei Punkte haben darf.

Höhe der Strafzumessung

Der Begriff „Regelsatz“ beinhaltet, dass in Ausnahmefällen auch niedrigere Geldbußen festgesetzt werden können. Im Fall eines Fahrers, der seinen Arbeitsplatz verloren hat und deswegen bedürftig geworden ist, hat das Oberlandesgericht Karlsruhe die Reduzierung der Regelgeldbuße von 750.- € auf 400.- € durch das Amtsgericht gebilligt (6*): Die in der Bußgeldkatalogverordnung vorgesehenen Regelsätze können unterschritten werden, wenn ein Festhalten dazu führen würde, dass gegen den Betroffenen eine unverhältnismäßige, da von ihm nicht leistbare, Sanktion festgesetzt wird.

Glück gehabt hat ein Autofahrer, der angetrunken während des Autofahrens auch sein Handy benutzt hat. Die Bußgeldbehörde hat zunächst nur den Verstoß wegen verbotener Benutzung eines Mobiltelefons geahndet und wollte nachträglich einen weiteren Bußgeldbescheid über 500.- € samt Fahrverbot von 3 Monaten erlassen. Hierzu hat das Saarländische Oberlandesgericht entschieden, dass die Rechtskraft eines Bußgeldbescheides wegen verbotener Benutzung eines Mobiltelefons der Ahndung eines auf derselben Fahrt begangenen Verstoßes gegen die 0,5 Promille-Grenze entgegensteht. Denn beide Ordnungswidrigkeiten knüpfen an den Fahrvorgang an. Somit ist eine zweifache Sanktionierung des nämlichen Lebenssachverhaltes unzulässig (7*).Auch von einem Regelfahrverbot kann in besonderen Ausnahmefällen bei ansonsten drohender Existenzvernichtung abgesehen werden. Beispiel: Der Inhaber eines selbständigen Schlüssel- und Hausmeisterdienstes ist überwiegend im Auftrag der Polizei tätig geworden und hat an dem betreffenden Tag nicht mehr mit einem weiteren Einsatz gerechnet bzw. sich nach vermeintlich getaner Arbeit erheblich Alkohol genehmigt. Als er dennoch nochmals zu einem weiteren Einsatz gerufen worden ist, hat er zunächst gebeten, einen anderen Schlüsseldienst zu beauftragen. Auf Drängen der Polizei hat er jedoch dann den Auftrag angenommen. Wegen des damit verbundenen Führens eines Kraftfahrzeuges mit einer Blutalkohol-Konzentration (BAK) von mehr als 0,5 Promille hat die Verwaltungsbehörde eine Geldbuße von 250.- € samt Fahrverbot von einem Monat verhängt. Das Amtsgericht hat die Geldbuße verdoppelt und von einem Fahrverbot abgesehen, weil das einmonatige Fahrverbot voraussichtlich zu einer Existenzvernichtung geführt hätte. Als Ausnahmeentscheidung ist dies vom Oberlandesgericht Köln bestätigt worden (8*)

Bei schweren Trunkenheitsfahrten sind die Strafgerichte gehalten, die erforderlichen Tatsachenfeststellungen eingehend zu treffen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Blutalkohol-Konzentration (BAK) knapp unter 2 Promille liegt und damit das Vorliegen einer verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von § 21 des Strafgesetzbuches (StGB) in Betracht kommt. Deswegen hat das Oberlandesgericht Hamm (9*) eine Entscheidung des Amtsgerichts Bielefeld im Rechtsfolgenausspruch aufgehoben. Das Amtsgericht Bielefeld hat ohne nähere Prüfung einer eventuellen verminderten Schuldfähigkeit bei einer BAK von 1,97 Promille wegen einer vorsätzlichen Trunkenheit im Verkehr eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 30.- € verhängt, die Fahrerlaubnis entzogen, den Führerschein eingezogen und die Straßenverkehrsbehörde angewiesen, dem Angeklagten vor Ablauf von sechs Monaten keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen.

Weiterhin hat das Oberlandesgericht Hamm (10*) die nach der Rechtsprechung anerkannten Rückrechnungsregeln zur Prüfung der Schuldfähigkeit eines Täters bestätigt, der mit einer BAK von 2,37 Promille im Straßenverkehr einen Unfall mit tödlichem Ausgang verursacht hat: Der Abbauwert ergibt sich aus einem stündlichen Abbauwert von 0,2 Promille und einem einmaligen Sicherheitszuschlag von ebenfalls 0,2 Promille. – Wie vorstehend erwähnt ist auch hier die Frage einer verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von § 21 StGB eingehend zu prüfen gewesen. Die berufliche Stellung eines Angeklagten darf jedoch nur dann zu dessen Lasten berücksichtigt werden, wenn eine innere Beziehung zwischen den Berufspflichten und der Straftat besteht. Zwar hat sich in dem vorliegenden Fall der Angeklagte auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz als Arzt befunden; die ihm angelastete Tat ist jedoch außerhalb des Berufs begangen worden.

Sofortige Entziehung der Fahrerlaubnis, medizinisch-psychologisches Gutachten

In einer Reihe von Entscheidungen haben sich die Gerichte mit der Frage der sofortigen Entziehung der Fahrerlaubnis zu befassen gehabt. Bemerkenswert ist, dass es in den jüngst publizierten Beschlüssen fast ausschließlich nicht um eine Alkoholproblematik, sondern um den Konsum von Cannabis gehandelt hat. Die überwiegende Zahl der Antragsteller hat sich im Ergebnis ohne Erfolg gegen die Einschätzung gewandt, sie würden es nicht vermögen, den Konsum von Cannabis und das Führen von Kraftfahrzeugen zu trennen. Bei gelegentlichem Konsum von Cannabis und Führen eines Kraftfahrzeugs unter relevantem Drogeneinfluss (7,00 ng/ml THC) steht die mangelnde Fahreignung in der Regel fest und rechtfertigt die sofortige Entziehung der Fahrerlaubnis, so das Saarländische Oberverwaltungsgericht (11*). (Anmerkung der Redaktion: THC steht für Tetrahydrocannabinol, dem Hauptwirkstoff von Cannabis)

Ein in der Vergangenheit liegender Drogenkonsum ist nach einer Neuerteilung der Fahrerlaubnis, der eine mehrjährige Drogenabstinenz vorausging, nicht mehr zur Beurteilung der Frage heranzuziehen, ob eine „gelegentliche“ Einnahme von Cannabis vorliegt. Wird die Fahrerlaubnis neu erteilt, nachdem ein medizinisch-psychologisches Gutachten zu dem Ergebnis gekommen ist, dass eine längere Drogenabstinenz vorliegt, so stellt der frühere Drogenkonsum ein abgeschlossenes Ereignis dar, das keinen für die Erfüllung des Tatbestandsmerkmals „gelegentlich“ relevanten Zusammenhang mit einem späteren – einmaligen – Cannabiskonsum nach der Neuerteilung aufweist. Dementsprechend hat das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt (12*) die sofortige Entziehung der Fahrerlaubnis hier beanstandet.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Augsburg (13*) kann ein in der Vergangenheit liegender Betäubungsmittelkonsum dann Eignungszweifel begründen, wenn der Konsum nach Gewicht und zeitlichem Umfang geeignet ist, aktuell die Fahreignung in Zweifel zu ziehen. Die Tilgung einer im Bundeszentralregister eingetragenen Verurteilung wegen illegalem Drogenbesitzes und –handels zur Finanzierung des Drogenkonsums steht dem nicht entgegen. Bei Drogenmischkonsum (Cannabis und Ecstasy) über knapp neun Monate ist die Führerscheinerlaubnisbehörde berechtigt, knapp sieben Jahre nach dem behaupteten Konsumende ein medizinisch-psychologisches Gutachten zum Beleg einer stabilen Distanzierung vom früheren Drogenkonsum zu fordern.

Eine Verkehrsteilnahme mit einem THC-Wert von unter 2,0 ng/ml rechtfertigt nicht ohne weiteres den Schluss auf ein fehlendes „Trennungsvermögen“. Aus einer solchen Fahrt resultieren aber regelmäßig Eignungszweifel, die zur Anordnung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens führen, so das Verwaltungsgericht Sigmaringen (14*).Alkoholprobleme im Straßenverkehr und Unzuverlässigkeit im waffenrechtlichen Sinne

Besonders für die Gruppe der Jäger ist von Bedeutung, dass alkoholbedingte Auffälligkeiten im Straßenverkehr zu dem Widerruf erteilter Waffenbesitzkarten führen kann. Nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes (15*) kann für die Annahme einer waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit auf eine Gesamt-Geldstrafe von 90 Tagessätzen wegen zweifacher Trunkenheitsfahrt mit einer BAK von 2,12 Promille bzw. 2,5 Promille abgestellt werden, ohne zwischen den zugrunde liegenden einzelnen Strafen zu differenzieren. Im Rahmen der Prüfung der waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit ist allein zu berücksichtigen, ob die Umstände der abgeurteilten Taten die Verfehlungen des Betroffenen ausnahmsweise in einem derart milden Licht erscheinen lassen, dass die Wertung des Gesetzgebers nicht gerechtfertigt ist. Erforderlich ist danach eine Würdigung der Schwere der konkreten Verfehlungen und der Persönlichkeit des Betroffenen, wie sie in seinem Verhalten zum Ausdruck gekommen ist. Die Verurteilung wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen begründet (entsprechend eines Urteils des Verwaltungsgerichts Schleswig) auch 3 ½ Jahre nach der Tat die Regelvermutung einer waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit des Betroffenen und rechtfertigt damit den Widerruf der Waffenbesitzkarte und Entziehung des Jagdscheines. Die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nach einer Trunkenheitsfahrt führt ohne Hinzutreten weiterer Besonderheiten nicht zum Vorliegen eines Ausnahmefalles von der Regelvermutung der waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit. Das gilt selbst dann, wenn der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ein dem Betroffenen günstiges medizinisch-psychologisches Fahreignungsgutachten vorausgegangen ist.

Alkoholgenuss im Ausland – MPU im Inland

Ein Autofahrer ist in Österreich kontrolliert worden. Der Atemluftalkoholgehalt (AAK) ist bei zwei Messungen mit 1,09 mg/l ermittelt worden. Dies hat unter anderem ein Lenkverbot in Österreich von vier Monaten zur Folge gehabt. Die deutsche Verwaltungsbehörde hat in Hinblick auf § 13 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) wegen erstmaliger Alkoholauffälligkeit mit einer BAK von umgerechnet mindestens 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Das Verwaltungsgericht München (16*) hat dies für rechtens erachtet: Die Anforderung einer MPU nach § 13 FeV kann auch auf eine Trunkenheitsfahrt im Ausland gestützt werden, wenn die im Ausland festgestellten Tatsachen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit deutschem Recht entsprechen. Der Messwert einer in der Republik Österreich zulässig vorgenommenen Messung des Atemluft-Alkoholgehalts mit einem geeichten Alkomaten ist grundsätzlich verwertbar. Die bei dem Kläger festgestellte Atemalkoholkonzentration von 1,09 mg/l hat deutlich über dem in Deutschland maßgeblichen Grenzwert von 0,8 mg/l gelegen, ab welchem ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen ist.

Führerscheinerwerb im europäischen Ausland

Mancher Autofahrer versucht im „Fall des Falles“ durch den Erwerb eines neuen Führerscheins im europäischen Ausland die strengen nationalen Vorschriften für die Widererlangung der Fahrerlaubnis zu vermeiden. Aufbauend auf zwei grundlegenden Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) hat das Oberlandesgericht München (17*) entschieden: Der Inhaber einer in einem anderen Mitgliedstaat der EU erworbenen Fahrerlaubnis, gegen den im Inland eine Sperrfrist für die Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis verhängt worden war und der erst nach Ablauf dieser Sperrfrist im Inland fahrerlaubnispflichtige Kraftfahrzeuge führt, macht sich auch dann strafbar, wenn die EU-Erlaubnis noch während der Sperrfrist erteilt worden war. Unerheblich ist dabei, ob die Fahrerlaubnis in dem anderen Mitgliedstaat der EU nur deshalb erworben wurde, um die inländischen Vorschriften über die Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis nach deren Entzug zu umgehen.

Präzisierend hat das Oberlandesgericht Bamberg (18*) ausgeführt: Art 8 II und IV der Richtlinie 91/439/EWG verfolgen den Zweck, den Mitgliedstaaten die Anwendung ihrer nationalen, u.a. auf innerstaatlichem Verwaltungsrecht beruhenden Vorschriften über eine befristete Beschränkung, Entziehung oder Aufhebung der Fahrerlaubnis zu ermöglichen. Der Bundesrepublik Deutschland ist es erlaubt, die Anerkennung der Gültigkeit einer von einem anderen Mitgliedstaat ausgestellten Fahrerlaubnis so lange zu verweigern, so lange eine den Entzug einer zuvor erteilten inländischen Fahrerlaubnis flankierende (gesetzliche) Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist. § 28 IV FeV schränkt die Berechtigung des Inhabers einer EU- oder EWR-Fahrerlaubnis ein, im Inland Kraftfahrzeuge zu führen. Auf den rechtlichen Bestand der EU-Fahrerlaubnis selbst hat die Norm keinen Einfluss. Für die Frage der Strafbarkeit nach § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) ist in zeitlicher Hinsicht entscheidend, ob der Inhaber einer nach der die Entziehung der inländischen Fahrerlaubnis anordnenden Entscheidung erworbenen EU-Fahrerlaubnis (hier: Tschechische Republik) von dieser während oder nach Ablauf der inländischen Sperrfrist Gebrauch macht; eine Strafbewehrung nach § 21 StVG für zeitlich erst nach Ablauf einer inländischen Sperrfrist liegende Fahrten scheidet aus.

Zivilrechtliche Haftungsfragen: Mitverschulden des Beifahrers
Kommt es zu einem alkoholbedingten Unfall, wird häufig auch der Beifahrer teils erheblich verletzt. In einem tragischen Fall (der Beifahrer wurde getötet und hinterließ einen Sohn) hat das Oberlandesgericht Hamm (19*) zu prüfen gehabt, ob sich der Umstand des Mitfahrens bei einem alkoholisierten Fahrer zivilrechtlich zu Lasten des Hinterbliebenen auswirkt: Danach ist einem Mitfahrer der Vorwurf eines eigenen Verschuldens zu machen, wenn der Fahrzeugführer offensichtlich betrunken ist und deshalb die Gefahr eines Unfalls nahe liegt, oder wenn sich ihm Zweifel an dessen Fahruntüchtigkeit aufdrängen mussten. Allein die Kenntnis, dass der Fahrer alkoholische Getränke zu sich genommen hatte, reicht hierzu nicht. Nur wenn der Fahrgast weiß, dass der Fahrer erhebliche Mengen Alkohol zu sich genommen hat, oder wenn Ausfallerscheinungen wahrzunehmen sind, ist eine Mitverantwortung zu bejahen.

Verabreden der (später verletzte) Beifahrer und der alkoholisierte Fahrer eines Unfallfahrzeuges zunächst im Laufe des Nachmittags, dass der Beifahrer am Abend fahren solle, wird dies aber vor der Unfallfahrt aus ungeklärtem Grund doch nicht so gehandhabt, so trifft den Beifahrer nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes Celle (20*) gegenüber dem mit 1,87 Promille alkoholisierten Fahrer ein Mitverschulden, welches gegenüber dem Verschulden des Unfallfahrers gleich schwer wiegt (= hälftiges Mitverschulden).Nach Auffassung des Kammergerichtes Berlin (21*) handelt fahrlässig und damit schuldhaft im Sinne des § 254 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), wer sich zu einem Kraftfahrer in den Wagen setzt, wenn er dessen Fahruntüchtigkeit bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hätte erkennen können. Das hat zur Folge, dass ihn an seinen (schweren) Verletzungen, die er durch einen anschließenden alkoholbedingten Unfall erleidet, ein Mitverschulden trifft.

Nach dem gemeinsamen Besuch eines Volksfestes hat die BAK des Unfallfahrers 1,54 Promille im Mittel erreicht. Der Beifahrer hätte dessen Fahruntüchtigkeit erkennen können und müssen. Ihm ist deswegen nur ein Schadensersatzanspruch in Höhe von 75 % zugebilligt worden.

Auch Fußgängern ist ein übermäßiger Alkoholgenuss dringend abzuraten

Nach einer Faschingsveranstaltung ist ein Fußgänger in den frühen Morgenstunden auf einer Landstraße von einem PKW erfasst und tödlich verletzt worden. Die entnommene Blutprobe hat eine BAK von 2,15 Promille ergeben. Der Mittelwert der Urinalkoholbestimmung hat 3,27 Promille betragen. Die Lebensversicherung ist an die Berechtigten ausgezahlt worden, nicht jedoch die Unfall-Zusatzversicherung. Die beklagte Versicherung hat sich auf ihre Geschäftsbedingungen berufen, nach welcher Versicherungsleistungen für Unfälle infolge von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen ausgeschlossen sind, und zwar auch dann, wenn sie durch Trunkenheit verursacht worden sind.

Das Oberlandesgericht Saarbrücken (22*) hat dies für rechtens erachtet: Liegt bei einem Fußgänger eine alkoholbedingte Bewusstseinsstörung vor, spricht bereits der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass diese Bewusstseinsstörung für die Konfrontation mit einem herannahenden Kraftfahrzeug ursächlich geworden ist. Um diesen Beweis zu entkräften, müssen Tatsachen dargelegt und bewiesen werden, die den Schluss rechtfertigen, es liege ein von alkoholbedingten Beeinträchtigungen völlig unbeeinflusster Unfallhergang vor.

Trunkenheitsfahrt auf dem Wasser

Unter den Begriff eines Kraftfahrzeugs im Sinne von § 69 des Strafgesetzbuches (StGB) fällt auch ein Motorboot, weshalb der dringende Verdacht einer Trunkenheitsfahrt im Sinne des § 316 StGB mittels eines Motorbootes die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 111a der Strafprozessordnung (StPO) zu rechtfertigen vermag. Das Landgericht Kiel (23*) hat missbilligt, dass der Motorbootführer eine BAK von 2,5 Promille hatte.


Auch Segler sollten nicht zu tief ins Glas schauen, auch wenn sie mit einer BAK von 1,2 Promille ihren Kutter noch ohne Fahrfehler führen können. Denn nach Auffassung des Landgerichts Hamburg (24*) ist der von der höchstrichterlichen Rechtsprechung für den Kraftfahrzeugverkehr an Land für die absolute Fahruntüchtigkeit festgelegte Grenzwert von 1,1 Promille auf den Schiffsverkehr zu übertragen
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Langzeitstudie Entlastung für die Pille

Eine Frau, die Jahrzehnte lang mit der Pille verhütet, muss später nicht fürchten, deswegen an Krebs zu erkranken. Eine weitere große Langzeitstudie gibt Entwarnung. Offenbar gibt es sogar einen (kleinen) Schutzeffekt.

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Quelle: FAZ März 2017

Der FeNO-Atemtest erleichtert die Diagnose der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen).

Ein internationales Forscherteam fand in einer wissenschaftlichen Studie heraus, dass  sich die Konzentration des Biomarkers  fraktioniertes  Stickoxid (FeNO) in der nasalen Ausatemluft gut für die Diagnostik der häufig vorkommenden allergischen Rhinitis eignet.

Es zeigte sich bei der Analyse der Studiendaten, dass die Konzentration des  Biomarkers FeNO  bei Patienten mit allergischer Rhinitis und Asthma mehr als doppelt so hoch ausfiel, als bei den Patienten der Vergleichsgruppe, die unter keiner Entzündung der Atemwege litten.

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Quelle:Journal of Asthma and Allergy

Blutgruppenbestimmung wird in Zukunft deutlich vereinfacht  werden

Ein innovativer Schnell-Test ermöglicht schon bald eine Blutgruppenbestimmung in nur 30 Sekunden

Chinesische Wissenschaftler haben einen einfach und billig durchzuführenden Papierstreifentest entwickelt,  mit dessen Hilfe eine Blutgruppe am Krankenbett ohne viel Aufwand, extrem schnell und zuverlässig  bestimmt werden kann.  Der Papiertest kann wahrscheinlich in Zukunft in Notsituationen  viele Menschenleben retten.  

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Quelle: Spiegel online und Science Translational Medicine
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Neue Studien bei Onkologen: Roche erzielt Top-Imagewerte in den Bereichen Lungenkarzinom und Mamma-/Ovarialkarzinom

 In der Indikation Lungenkarzinom wie auch im Bereich Mamma-/Ovarialkarzinom ist der Pharmahersteller Roche führend. Das geht aus den Ergebnissen von zwei neuen Studien zum Image von Pharmafirmen hervor, die Kantar Health Ende 2016 unter onkologisch tätigen Ärzten durchgeführt hat. Kantar Health ist eine weltweit führende Healthcare Beratungs-/Marktforschungsagentur.

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Quelle: Pressemitteilung - Kantar Health GmbH

Umstrittenes Vitamin D:  Schutz vor Atemwegsinfektionen konnte bewiesen werden

Die einen schwören auf die vielfältigen positiven Wirkungen von
Vitamin D.  Andere Forscher sind skeptisch oder warnen gar vor Überdossierung und Nebenwirkungen.  Jetzt hat eine Forschergruppe das vorliegende Datenmaterial von 25 zufallsgesteuerten wissenschaftlichen Untersuchungen ausgewertet an denen mehr als 10.000 Patienten teilgenommen hatten. Sie kamen zu dem Ergebniss, dass die Einnahme von Vitamin D3 und Vitamin D2 statistisch signifikant vor akuten Atemwegsinfektionen schützt.  Diese Prophylaxe- Wirkung erwies sich als besonders ausgeprägt, wenn zu Beginn der Therapie mit Vitamin D im Labor besonders niedrige Blutkonzentrationen nachgewiesen werden konnten.  Die Autoren der im British Medical Journal veröffentlichten Studie kamen zu dem Schluß, dass Vitamin D ein sicheres Medikament ist und bei regelmäßiger Einnahme das Risiko von Atemwegsinfektionen senkt.

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Quelle: BMJ Februar 2017

Akupunktur

Die tausende Jahre alte chinesische Nadeltherapie wird besonders oft und gerne zur Schmerztherapie eingesetzt. Doch die Wirkung ist umstritten. Viele Anwender berichten über eine schlechte Schmerzdämpfung - oft entspricht die beobachtete Wirkung der Nadeltherapie jener einer wirkungslosen Schein-Akupunktur. Doch jetzt wurde eine in China durchgeführte Akupunktur-Studie im Fachblatt JAMA vorgestellt, die zeigte, dass die bei Migräne-Patienten durchgeführte Nadeltherapie gut wirkte - statistisch signifikant besser als eine bei Patienten der Kontrollgruppe durchgeführte Scheintherapie.

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Quelle: JAMA Internal Medicine, Februar 2017

Vitamine und Spurenelemente: Die Wirkung von Magnesium gegen Muskelkrämpfe wird überschätzt

Die vielgenutzte Magnesium-Therapie wirkt bei nächtlichen Beinkrämpfen nicht besser als ein in der Kontrollgruppe zur Schmerzbekämpfung verordnetes Scheinmedikament (Plazebo).

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Quelle: JAMA, Februar 2017

Bluthochdruck im fortgeschrittenen Lebensalter:  Ärzte wollen Zielwert auf 150/90 mm HG erhöhen.

Eine zu starke Senkung der erhöhten Blutdruckwerte beeinträchtigt  aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen bei alten Menschen die Lebensqualität. Daher diskutieren nun unterschiedliche Fach-Gremien die Erhöhung der empfohlenen Ziel-Blutdruckwerte - auf 150/90 mm HG.

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Quelle: JAMA, Februar 2017

 

Allergie

Insektengiftallergie - aktualisierte US- Management-Empfehlungen

Jahr für Jahr kommt es sowohl in Deutschland, als auch in anderen Industrieländern im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen nach Insektenstichen zu einigen Todesfällen.  Besonders häufig werden Bienengiftallergien und Wespengiftallergien beobachtet. Aus diesem Grund geben die sachkundigen ärztlichen Fachgesellschaften regelmäßig aktualisierte  Empfehlungen heraus, wie  im Fall von vermuteten oder bestätigten Insektengiftallergien die Diagnostik und die Therapie medizinisch sinnvoll gehandhabt werden sollte.

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Quelle: http://www.jwatch.org/na43357/2017/02/02/recommendations-managing-stinging-insect-reactions?query=etoc_jwgenmed&jwd=000011130977&jspc=GP Ann Allergy Asthma Immunol 2017 Jan.

Heuschnupfen-Therapie sollte nicht abgekürzt werden

Die über die Mundschleimhaut anzuwendende sublinguale spezifische Immuntherapie  (SLIT) dauert mit rund fünf Jahren vielen Pollenallergikern zu lange.  Daher brechen sie die zu Hause durchzuführende Variante der Allergietherapie zu früh ab - oft ohne mit dem Arzt darüber zu sprechen. Doch dies erwies sich nun als keine gute Idee. Jetzt zeigte eine wissenschafttliche Studie, dass eine nur zweijährige sublinguale Immun-Therapie nicht wirkt. Den Therapieabbrechern droht die Entwicklung einer Asthma-Erkrankung.

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Quelle: JAMA, 2017

Impfen gegen Infektionskrankheiten beibt wichtig

Malaria-Impfstoff besteht erste Tests mit Patienten

Ein internationales Forscherteam hat einen Impfstoff entwickelt, der in einer Studie Patienten vollständig vor der Infektionskrankheit Malaria geschützt hat.

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Quelle: Spiegel online Februar 2017

Lungenkrebs-Screening

Die Krebs-Früherkennungs-Diagnostik ist derzeit bei Experten sehr umstritten. Überwiegen die Nachteile die erreichbaren Vorteile?

VieleÄrzte und auch Patienten meinen, dass Fortschritte bei der Bekämpfung der Krebserkrankungen nur durch eine deutliche Ausweitung der Früherkennnungs-Maßnahmen möglich ist. Doch ist das wirklich so?

mehr lesen
Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Sportmedizin
Körperliche Aktivität  und Senkung des allgemeinen Sterbe- und Herz-Kreislauf-Risikos

Eine im Fachblatt JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie zeigte, dass es für die Gesunderhaltung offenbar bereits ausreicht, wenn man sich nur am Wochenende an zwei Tagen ein wenig (150 Minuten)sportlich betätigt.

mehr lesen
Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Integrative Medizin

Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose)

Die bei Alternativ-Medizinern beliebte und weit verbreitete Therapie der Arthrose der Kniegelenke mit Glukosamin und Chondoitin erwies sich in einer wissenschaftlichen Studie als nicht geeignet, um den Gelenkschmerz effektiv - also besser - zu bekämpfen, als ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Plazebo). 

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Quelle: Arthritis and Rheumatology

Kinderheilkunde, Psychiatrie und Geburtshilfe:

Wenn Mutti Depressionen hat

Wenn eine werdenden Mutter während der Schwangerschaft
Anti-Depressiva einnimmt, dann erhöhte sich bei den Neugeborenen laut einer in Schweden durchgeführten Studie das allgemeine Sterberisiko, bzw. die Zahl der erforderlichen Krankenhausaufnahmen. Die Autoren der Studie wiesen aber auch darauf hin, dass  in der Gruppe der Kinder  der Studienteilnehmerinnen die Zahl schwerer Krankheiten insgesamt sehr niedrig war.

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Quelle. Pediatrics, American Academy of Pediatrics.

Gesunde Ernährung

Tee erweist sich auch in neuer Studie wieder als ein gesundes Lebensmittel 

 

Weit verbreitete Genußmittel wie Tee, Kaffee und Zigaretten waren und sind in ihrem Einfluß auf die Gesundheit des Menschen noch immer umstritten. Im renommierten Fachblatt Heart wurde nun eine große Beobachtungstudie veröffentlicht, in deren Verlauf sich zeigte, dass jene Menschen seltener einen Herzinfarkt erlitten, die täglich Tee trinken.

mehr lesen 
Quelle: JAMA 2017

Asthma bronchiale:   bei Erwachsenen ist jede dritte Diagnose
falsch 

Sehr häufig wird die Diagnose Asthma ohne die eigentlich unerläßliche Anwendung der objektive Ergebnisse liefernden Testverfahren Spirometrie und FeNOAtemtest gestellt. Es verwundert daher nicht, dass etwa jede dritte Diagnose falsch ist. 

mehr lesen
Quelle: JAMA 2017

Schweiz: Hyperthermie-Krebstherapie Ab 2017 bezahlen Schweizer Kassen Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 hat das Bundesamt für Gesundheit Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Bestrahlung in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen. Damit können Patienten nun die Kosten für diese komplementärmedizinische Form der Krebstherapie über die Krankenkassen abrechnen. Hyperthermie erhöht Heilungschancen bei Krebs

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Quelle:  www.heilpraxisnet.de

Fischöl-Therapie: Vorbeugung von Asthma bei kleinen Kindern

Wenn Schwangere im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft pro Tag 2,4 Gramm Fischöl (in Form von Fischöl-Kapseln) einnehmen, dann haben ihre Kinder in den ersten fünf Lebensjahren ein um ein Drittel niedrigeres Risiko an Asthma und anderen entzündliche Atemwegsleiden zu erkranken. Im Rahmen dieser im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie, konnten keine unerwünschten Nebenwirkungen dieser vorbeugenden Therapie festgestellt werden - weder bei den Müttern, noch später bei deren Kindern.

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Quelle:Bisgaard H, Stokholm J, Chawes BL, et al. Fish Oil-Derived Fatty Acids in Pregnancy and Wheeze and Asthma in Offspring. N Engl J Med. 2016 Dec 29;375(26):2530-9. doi: 10.1056/NEJMoa1503734. (Original)

USA:  Warnhinweis für Homöopathie 02.01.2017 

Die Debatte um die Wirksamkeit von Homöopathika tobt seit Jahren. Dabei ist die Studienlage eindeutig. Jetzt legt die US-amerikanische Handelsbehörde FTC  daher fest: Homöopathische Medikamente müssen klar als wirkungslos gekennzeichnet sein.  In Zukunft muss auf den frei verkäuflichen homöopathischen Medikamenten vermerkt sein, dass sie nicht wirken. Das hat in den USA die Federal Trade Commission festgelegt. Sollte es auch in Zukunft keine wissenschaftlich aussagekräftigen Studien zur Wirksamkeit der Mittel geben, so müsse auf die Verkaufspackungen  ein Warnhinweis aufgedruckt sein, dass das Produkt nicht wie angekündigt funktioniert“, so die FTC.  Naturgemäß sind die Homöopathen ganz anderer Meinung. Sie verweisen auf zahlreiche Studien, die ihrer Meinung nach die Wirksamkeit der Homöopathie eindeutig beweisen.

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Quelle: Laborwelt

D-Mannose: hilft bei manchen antibiotika-resistenten Harnwegsinfektionen.

Doch die Hauptanwendung ist die Vorbeugung von immer wieder aufflackernden  Harnwegsinfektionen.

Der Zucker D-Mannose wird rezeptfrei in der Apotheke als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und soll Harnwegsinfekten vorbeugen, indem es bestimmte Bakterien daran hindert ( dies weurde in Tierversuchen herausgefunden) sich an der Wand der Harnblase festzusetzen. Andere Untersuchungen lieferten Hinweise darauf, dass D-Mannose schädliche Bakterien an der Vermehrung hindert und dafür  für die Darmflora wichtige "gute" Bakterien  bei ihrer Ausbreitung im Darm unterstützt. Die zusammen getragenen  Informationen sind bisher aber widersprüchlich und sollten nach Meinung der Forscher im Zuge weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen abgeklärt werden.

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und auch hier
Quelle: WIKIPEDIA und WebMD

"Volksnahrungsmittel" Magensäureblocker?

Wie in Spiegel online zu lesen war, verordnen deutsche Ärzte angeblich viel zu häufig sog. Protonenpumpenhemmer, die im Volksmund auch "Magensäureblocker" genannt werden.  Dies ergab eine Analyse der Barmer Krankenkasse , die das Unternehmen für das Magazin SPIEGEL durchgeführt hatte. 

Die Protonenpumpenhemmer unterdrücken im Verdauungstrackt die Freisetzung von Magensäure (Salzsäure) nahezu total und bekämpfen so Magengeschwüre und Sodbrennen.   Doch bei der üblichen Langzeit-Einnahme kommt es oft zu gefährlichen Nebenwirkungen durch Knochenschwund bedingter Knochenbrüche und zu einem Magnesiummangel, der Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle begünstigt. 

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Quelle: Spiegel online

Holzkirchen - Lieferung mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® weiterhin umfangreich gewährleistet ...

Diese Nachricht enthält Informationen für medizinische und pharmazeutische Fachkreise und kann mit DocCheck-Passwort gelesen werden.

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Quelle. werbende Presseerklärung Fa. Hexal

Sind viele Arztbesuche tatsächlich überflüssig?

Spiegel online beleuchtet diese Frage ausführlich und stützt sich dabei auf Daten, die von deutschen Krankenkassen zusammengetragen wurden.

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Quelle Spiegel online

Prost Neujahr!
Ist Alkohol weniger schädlich für die Gesundheit als bisher angenommen?

Die vom Alkohol ausgehenden Gesundheitsgefahren wurden bisher überschätzt. Ein mäßiger Alkoholkonsum tötet offenbar keine Hirnzellen ab, sondern beeinflusst die Hirnleistung nur kurzfristig. Sobald der Alkohol abgebaut ist, funktioniert das Gehirn wieder normal. Mittel- und langfristig gesehen erhöht ein mäßiger Alkoholkonsum offenbar sogar die Leistungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns.

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Quelle: Spiegel online , AAAC Science Net, American Journal of Epidemiology

Innere Medizin: Dauer der Antibiotika-Therapie ist umstritten

Die Ärzte sind sich uneins: darf man bakterielle Infektionen wie beispielsweise Lungen- oder Mittelohrentzündungen mit einer von 10 auf 5 Tage verkürzten Antibiotika-Therapie behandeln, ohne die Patienten zu gefährden ?

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(Mittelohrentzündungen)

Kinderheilkunde und Neurologie: Die bisher übliche Therapie einer akuten Gehirnerschütterung wird derzeit grundsätzlich überdacht.

Bisher wurde den Patienten unmittelbar nach dem Unfall als Vorsichtsmaßnahme strenge Bettruhe verordnet.  Nun zeigt eine im  US-Fach-Journal JAMA veröffentlichte Studie zur Überraschung der Forscher, dass ein sehr früher Beginn derkörperlichen Aktivitäten  den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst hatte.

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Quelle: JAMA

Feminismus:  Sind Frauen generell die besseren Ärzte?

Bisher gingen in den USA die meisten Medizin-Profis davon aus, dass das deutlich geringere Einkommen von Ärztinnen darauf zurück zu führen sei, dass auch die Qualität ihrer beruflichen Leistungen entsprechend geringer ausfällt.  Diese Erklärung wurde hinter vorgehaltener Hand unter anderem auf die auch in den USA übliche Doppelbelastung vieler Frauen zurück geführt.  Doch nun hat eine im Fachblatt JAMA veröffentlichte Studie gezeigt, dass diese weit verbreiteten Vorurteile nicht berechtigt sind. Sobald Patienten nämlich von weiblichen Internisten behandelt worden waren, fiel sowohl ihre 30-Tage-Sterblichkeit geringer aus, als auch die Wahrscheinlichkeit der schnellen Wiederaufnahme in stationäre Behandlung.  Obgleich die Unterschiede nicht groß waren, zeigen die erhobenen Daten, dass das niedrigere Einkommen der Ärztinnen nicht mit schwächeren fachlichen Leistungen begründen läßt.

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Quelle: JAMA 2016

Chirurgie: Geplante Routine-Operationen,  oder überraschend notwendiger Notfall-Eingriff? 

Die Gabe weit verbreiteter sog. "Blutfettsenker" aus der Wirkstofffamilie der Statine vermindern offenbar das Risiko von OP-Komplikationen - und erwies sich daher in vielen Fällen als Lebensretter.

In den USA wurden die Daten von 180.478 Patienten analysiert, die sich einer OP unterzogen hatten, die nicht das Herz betraf.  Es zeigte sich, dass Patienten, die am Tag der Operation, oder in den 24 Stunden danach einen Blutfetttsenker aus der Familie der Statine eingenommen hatten,  im ersten Monat nach dem Eingriff ein deutlich niedrigeres Sterberisiko aufwiesen - verglichen mit den Patienten der Vergleichsgruppe, die keine Statine erhalten hatten.  Weitere Untersuchungen werden in Zukunft zeigen müssen, ob im Zusammenhang mit Operationen aus wissenschaftlicher Sicht eine allgemeine Empfehlung der Statin-Begleittherapie   gerechtfertigt ist.

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Quelle:JAMA 2016

Chirurgie

Häufige Diagnose Karpal-Tunnel-Syndrom  - Unklarheiten bei der Diagnose und der nachfolgenden Therapie

Das sogenannte Karpal-Tunnel-Syndrom kommt nahezu gleich häufig vor wie die weit verbreitete Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose).  Doch trotz der Häufigkeit dieser Leiden werden sehr häufig Fehldiagnosen gestellt und die Auswahl der ärztlich empfohlenen Therapien erweist sich oft auch als kontrovers und unter Chirurgen als heftig umstritten. Bei beiden Leiden wird nach Meinung vieler Ärzte auch in Deutschland zu häufig operiert - gelegentlich mit  zweifelhaftem Erfolg.  
Jetzt haben sich international bekannte Orthopädie-Experten im renommierten Fachblatt New England Journal of Medicine ausführlich zu diesen beiden Krankheiten geäußerte und haben mit ihren detaillierten Ratschlägen zahlreiche Krankheits-Varianten abgehandelt,  die ganz unterschiedliche Therapien erfordern.

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Quelle: NEJM 2016

Vitamin-D-Prophylaxe im Zwielicht:  Was nun?

In einem See von Unsicherheiten galt bisher die vorbeugende Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel als eine gute, der Gesundheit dienliche  Idee - und wurde auch von vielen Ärzten wohlwollend unterstützt.  Dies insbesondere dann, wenn sich die Individuen wenig im Sonnenlicht aufhalten, was die natürlich Synthese von Vitamin D behindern kann. Doch nun kommen Zweifel an der Wirkung auf, die Patienten und Ärzte verunsichern werden.

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Quelle: British Medical Journal 2016

Alkohol als wenig beachteter Risikofaktor für Krebs?

Schon relativ kleine Mengen an Alkohol erhöhen das statistische Risiko für bestimmte Arten von Krebs  - insbesondere Darm-, Leber- und Speiseröhrenkrebs sind gefürchtete Folgen des regelmäßigen und/oder übermäßigen Alkohol-Konsums. Forscher fanden bei der Auswertung von Statistiken heraus, dass nur wenige Menschen den ärztlichen Rat befolgen,  an zwei Tagen der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.
Besonders hoch ist das individuelle Krebsrisiko immer dann, wenn Menschen rauchen und zusätzlich  auch regelmäßig Alkohol trinken - was oft der Fall ist.  Diese Tatsachen ändern aber nichts an der die Lage komplizierenden  Erkenntnis, dass ein mäßiger Alkoholgenuß (als grobe Orientierung: 1-2 Gläser Rotwein am Tag)  offenbar das Risiko tödlicher Herzinfarkte senkt.

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Quelle: online Focus, Navigator  Medizin

Ist die Asthma-Diagnose  schon bald mit Hilfe eines einfach durchzuführenden Speicheltests möglich?

An der Universität Loughborough entwickelte ein Forscherteam einen einfach durchzuführenden Speicheltest, der es möglich macht, mit Hilfe der Analyse "metabolischer Biomarker" - das sind körpereigene Substanzen, die bei  Stoffwechsel entstehen- Allergien und Asthma nachzuweisen.
Der Test kann in jeder Altersgruppe zum Einsatz kommen. Bevor der Speichel-Test allerdings in der ärztlichen Alltagspraxis verfügbar ist, sind erst noch die üblichen, breit angelegten wissenschaftliche Zulassungs-Studien erforderlich. Doch dass die innovative Methode grundsätzlich für die Diagnose von Asthma  geeignet ist, konnte nun bereits nachgewiesen werden.

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Quelle: Dr. tipster

Krebs: die Immuntherapie ist bei bösartigen Tumorleiden umstritten

Die Immuntherapie wird seit einiger Zeit in zahlreichen Varianten als der große Durchbruch bei der Krebstherapie gefeiert.  Damit erhalten Patienten eine Chance, die bis vor kurzem als unheilbar und dem Topd geweiht galten. Weltweit machte sich daher unter Onkologen Euphorie breit.  Doch nun hat diese Hoffnung einen Dämpfer erhalten.

Die angesehene New York Times berichtete ausführlich über den um sich greifenden Verdacht, dass die teuren Immun-Therapeutika auch die noch gesunden inneren Organe der Patienten angreifen und innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen.

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Quelle: NYT

Homöopathie: Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie

Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy

• Versorgungsforschung
• Randomisierte kontrollierte klinische Studien
• Meta-Analysen
• Grundlagenforschung

 

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Quelle: Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy




 

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