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Die Rolle des Arztes im sozialgerichtlichen Verfahren

 

Die Sozialgerichtsbarkeit wird durch unabhängige, von den Verwaltungsbehörden getrennte, besondere Verwaltungsgerichte ausgeübt.


Sie entscheiden über öffentlich-rechtliche Streitigkeiten (*1)
in Angelegenheiten der gesetzlichen Rentenversicherung einschließlich der Alterssicherung der Landwirte,
in Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung, der sozialen und der privaten Pflegeversicherung (Ausnahme: Kündigung von Versorgungsverträgen, die für Hochschulkliniken oder Plankrankenhäuser gelten),
in Angelegenheiten der gesetzlichen Unfallversicherung (Ausnahme: Streitigkeiten aufgrund der Überwachung der Maßnahmen zur Prävention durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung),
in Angelegenheiten der Arbeitsförderung einschließlich der übrigen Aufgaben der Bundesanstalt für Arbeit,
in sonstigen Angelegenheiten der Sozialversicherung wie Künstlersozialversicherung,
in Angelegenheiten des sozialen Entschädigungsrechts (z. B. Kriegsopfer- und Soldatenversorgung, Opferentschädigung, Impfschäden), jedoch ohne Kriegsopferfürsorge,
bei der Feststellung von Behinderungen und ihrem Grad sowie weiterer gesundheitlicher Merkmale, ferner der Ausstellung, Verlängerung, Berichtigung und Einziehung von Ausweisen nach § 69 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (vormals: Schwerbehindertengesetz),
die aufgrund des Lohnfortzahlungsgesetzes entstehen,
die im Zusammenhang mit den im Dritten und Vierten Sozialgesetzbuch sowie im Arbeitnehmer-Entsendegesetz geregelten Aufgaben der Hauptzollämter entstehen,
für die durch Gesetz der Rechtsweg vor diesen Gerichten eröffnet wird, zum Beispiel Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG).
Die Gerichte der Sozialgerichtsbarkeit entscheiden auch über privatrechtliche Streitigkeiten in Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung, auch soweit durch diese Angelegenheiten Dritte betroffen werden. Teile des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen finden keine Anwendung. Entsprechendes gilt für die soziale und private Pflegeversicherung. Der Bereich der privaten Krankenversicherung fällt in den Zuständigkeitsbereich der ordentlichen Gerichtsbarkeit (Amtsgerichte, Landgerichte usw.).

Zusammenfassend:
Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz fallen (traditionell) in den Zuständigkeitsbereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit. In dem übrigen weiten Bereich des Sozialrechts sind von den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit wie eingangs dargelegt überwiegend Sachverhalte zu prüfen und zu ermitteln, die den Gesundheitszustand beziehungsweise Körperschaden und das Ausmaß bestehender Funktionsstörungen rechtssuchender Patienten betreffen.

Die Sozialgerichte ermitteln den Sachverhalt von Amts wegen
Das Gericht erforscht den Sachverhalt von Amts wegen. Die Beteiligten sind dabei heranzuziehen. Dies bedeutet vor allem, dass alsbald nach Eingang einer Klage eine Entbindungserklärung von der ärztlichen Schweigepflicht sowie von der Wahrung des Sozialgeheimnisses angefordert wird, damit das Gericht seiner Ermittlungspflicht nachkommen kann. (*2)
Liegen die erbetenen Erklärungen dann vor, hat der Vorsitzende bereits vor der mündlichen Verhandlung alle Maßnahmen zu treffen, die notwendig sind, um den Rechtsstreit möglichst in einer mündlichen Verhandlung zu erledigen. Zu diesem Zweck kann er insbesondere

um Mitteilung von Urkunden ersuchen,
Krankenpapiere, Aufzeichnungen, Krankengeschichten, Sektions- und Untersuchungsbefunde sowie Röntgenbilder beiziehen,
Auskünfte jeder Art einholen,
Zeugen und Sachverständige in geeigneten Fällen vernehmen,
die Einnahme des Augenscheins sowie die Begutachtung durch Sachverständige anordnen und ausführen,
andere beiladen,
einen Termin anberaumen, das persönliche Erscheinen der Beteiligten hierzu anordnen und den Sachverhalt mit diesen zu erörtern. (*3)

Befundberichtanforderung
Am Beginn der Ermittlungen steht die Anforderung von Befundberichten. Der Arzt erhält für die Ausstellung des Befundscheines oder die Erteilung einer schriftlichen Auskunft ohne nähere gutachtliche Äußerung 10.- bis 20.- Euro. Bei einer außergewöhnlich umfangreichen Tätigkeit können bis zu 35.- Euro an Entschädigung geleistet werden. (*4)
Bedauerlich ist, dass sich die Rechtsprechung uneins ist (*5), ob zusätzlich 2.- Euro an Schreibgebühren pro Seite sowie 0,50 Euro für den Durchschlag zu erbringen sind. Die Praxis scheint sich dahingehend entwickelt zu haben, dass die diversen Sozialleistungsträger, vor allem die Versorgungsverwaltung, nach ministeriellen Vorgaben keine Schreibgebühren erstatten, während die Sozialgerichte diese regelmäßig übernehmen. Missbilligt worden ist jedoch von Seiten der Gerichte, dass Ärzte im Rahmen von Protestaktionen lediglich diktierte Tonträger anstelle von Befundberichten eingesandt haben. (*6)

In Ausnahmefällen erbitten die Sozialgerichte von den behandelnden Ärzten anstelle eines Befundberichtes auch eine kurzgutachtliche Äußerung: Der Arzt erhält für das Zeugnis über einen ärztlichen Befund mit kurzer gutachtlicher Äußerung oder für ein Formbogengutachten, wenn sich die Fragen auf Vorgeschichte, Angaben und Befund beschränken und nur ein kurzes Gutachten erfordern, 30.- Euro. Bei einer außergewöhnlich umfangreichen Tätigkeit sind 60.- Euro an Entschädigung vorgesehen.

Das Mitsenden von Krankenpapieren, Fremdbefunden, Röntgenaufnahmen und so weiter ist regelmäßig erwünscht. Die Originale werden jedoch dann meist erst nach Abschluss des Verfahrens zurückgegeben. Reicht der Arzt stattdessen selbstgefertigte Kopien ein, sind diese mit 0,50 Euro zu vergüten.

Anforderung von Krankenhausunterlagen
In der überwiegenden Zahl der Fälle wird nach stationären Behandlungsmaßnahmen nur um die entsprechenden Entlassungsberichte ersucht. Gelegentlich ist jedoch die gesamte Krankenakte erforderlich, zum Beispiel wenn Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz streitig sind und die Krankenakte auch Hinweise auf den zeitlichen Hilfebedarf (Hilfen bei der Körperhygiene, Ernährung und Mobilität) enthält. Auch insoweit ist dies von der erteilten Entbindungserklärung von der ärztlichen Schweigepflicht gedeckt.
Vereinzelt ist festzustellen, dass Krankenhausträger auch von den Sozialgerichten den Nachweis erbitten, dass eine entsprechende Entbindungserklärung vorliegt. Dieses legitime Vorbringen führt dann regelmäßig zu einer gewissen Verfahrensverzögerung. Einige große Krankenhäuser sind dazu übergegangen, den Sozialgerichten grundsätzlich mitzuteilen, ob sie immer eine Kopie der Entbindungserklärung wünschen oder darauf vertrauen, dass die Sozialgerichte nur mit dem entsprechenden Einverständnis der Kläger Unterlagen anfordern.

Für den Bereich der Psychiatrie ist anzumerken, dass hier nicht nur objektive Vorgänge dokumentiert sind, sondern sich auch subjektive Unterlagen in der Krankenakte befinden. Außerdem finden sich vielfach Berichte über Dritte, die in einer Beziehung zu dem Patienten stehen. Insoweit müssen sich auch die Sozialgerichte darauf verweisen lassen, dass ihnen nur die objektiven Berichte zugänglich zu machen sind, nicht jedoch die komplette Krankenakte. In folgenden immer wiederkehrenden Fallkonstellationen wirkt sich dies gelegentlich nachteilig aus: Der Sozialhilfeträger, zugleich Träger eines Bezirkskrankenhauses, klagt gegen die gesetzliche Krankenkasse auf Erstattung von Heilbehandlungskosten anlässlich der Behandlung eines Patienten im Einzelfall. Mit Einverständnis des Patienten (oder dessen Betreuers) ersucht das Sozialgericht um die Krankenunterlagen, zumindest um die objektiven Berichte. Diese werden jedoch von dem Bezirkskrankenhaus nicht oder nicht in dem erforderlichen Umfang zur Verfügung gestellt. Hier besteht dann die Gefahr, dass der Sozialhilfeträger in dem sozialgerichtlichen Verfahren aus Gründen der Beweislast unterliegt, weil er in seiner Eigenschaft als Krankenhausträger nicht ausreichend mitgewirkt hat.

Einholung von ärztlichen Gutachten
Liegen die erforderlichen Befundberichte und Krankenunterlagen dem Gericht vor, ist in vielen Verfahren der nächste Schritt die Begutachtung durch einen ärztlichen Sachverständigen anzuordnen. Hierbei sind mehrere Vorgehensweisen denkbar: Erscheinen die eingeholten Materialien ausreichend aussagekräftig, wird ein ärztlicher Gutachter mit der Erstellung des Gutachtens nach Aktenlage beauftragt. In der täglichen Praxis der Sozialgerichte ist dies jedoch eher die Ausnahme. Meist ist eine Untersuchung des Klägers erforderlich.
Diese Untersuchung erfolgt, je nach Arbeitsstil des zuständigen Vorsitzenden, entweder in der Räumen des Sozialgerichts mit sich anschließender mündlicher Verhandlung; diese so genannten "Termingutachten" haben den Vorteil der Verfahrensbeschleunigung, werden aber von Beteiligten immer wieder als zu wenig fundiert bemängelt. Oder der Vorsitzende beauftragt einen externen Gutachter (sei es einen niedergelassenen Arzt oder einen Kliniker), der dann den Kläger zu sich einbestellt und nach den erforderlichen Untersuchungen das schriftliche Gutachten erstellt. Letzteres bietet mehr Qualität, kostet aber auch zusätzlich Zeit.

Zur Auswahl der Gutachter durch das Sozialgericht: Ärzte, die als Gutachter tätig werden wollen, können sich an die jeweiligen Präsidenten der Sozialgerichte wenden und unter Darlegung ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen um entsprechende Gutachtensaufträge bitten. In vielen Fällen werden mit diesen dann Honorarvereinbarungen geschlossen, um nicht jedes Gutachten einzeln nach Maßgabe des Gesetzes über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen (ZSEG) abrechnen zu müssen. Die Auswahl als Gutachter in einem bestimmten Rechtsstreit erfolgt durch den Vorsitzenden der jeweils zuständigen Kammer des Sozialgerichts. Hierbei spielen Faktoren wie bereits bekannte Qualifikation, Fachgebiet und Ortsnähe zu dem Kläger eine Rolle. Aber auch Wünsche nach mehr Gutachten oder weniger bei Überlastung werden berücksichtigt. "Neue" Gutachter werden in der Praxis "ausprobiert" und empfehlen sich durch eine entsprechende Qualität weiter.

Betrachtet man das sozialgerichtliche Verfahren, das bisher wesentlich durch die von Amts wegen gebotene Ermittlungstätigkeit des Vorsitzenden Richters gekennzeichnet ist, aus der Sicht des Steuerzahlers (das sozialgerichtliche Verfahren ist grundsätzlich kostenfrei), so wird deutlich, dass es sich hierbei um eine "teure" Gerichtsbarkeit zur Sicherung des sozialen Friedens handelt: Ein durchschnittliches Verfahren ist mit etwa 2500.- bis 3000.- Euro zu veranschlagen, berücksichtigt man nicht nur die Kosten der ärztlichen Befundberichterstellung und Gutachtenstätigkeit, sondern auch die allgemeinen Gerichtskosten (richterliches und nichtrichterliches Personal, Bibliothek, Kosten der Kommunikation via Telefon, Brief, Internet usw.).

Wunschgutachter
Das sozialgerichtliche Verfahren kennt eine besondere Möglichkeit der Auswahl ärztlicher Gutachter für den Kläger: Auf Antrag des Versicherten, Behinderten, des Versorgungsberechtigten oder Hinterbliebenen muss ein bestimmter Arzt gutachtlich gehört werden. (*7) Die Anhörung wird regelmäßig davon abhängig gemacht, dass der Antragsteller die Kosten der Begutachtung vorschießt und vorbehaltlich einer anderen Entscheidung des Gerichts endgültig trägt.
Benennt ein Kläger einen Arzt als Gutachter seiner Wahl (Wunschgutachter), werden diesem die Akten mit der Frage zugeleitet, mit welchen Kosten in etwa zu rechnen ist. Anschließend wird der Kläger gebeten, einen ausreichenden Kostenvorschuss einzuzahlen. Erst nach Eingang des Vorschusses erhält der benannte Gutachter von Seiten des Gerichts den Auftrag, das Gutachten zu erstellen.

Hierbei sind im gerichtlichen Alltag zwei häufig auftretende Problemkreise festzustellen: Wird der eigene Hausarzt als Gutachter benannt, sieht sich dieser unmittelbar mit dem Klagebegehren des Patienten konfrontiert (zum Beispiel Rente wegen voller Erwerbsminderung). Kommt der Hausarzt als Gutachter dann zu dem Ergebnis, dass nur eine teilweise Erwerbsminderung vorliegt, ist das zukünftige Verhältnis zwischen Arzt und Patient regelmäßig belastet. In Fällen wie diesem empfiehlt es sich mit dem Gericht vorab Kontakt aufzunehmen, um nach Möglichkeit von der Tätigkeit als Gutachter entbunden zu werden.

Zum anderen werden immer wieder Gutachter benannt, die an der Spitze großer Häuser stehen oder aufgrund ihrer Leistungen in den Medien allgemein bekannt gemacht worden sind. Der Wunsch nach einem solchen namhaften Gutachter führt vielfach zu einer erheblichen Verfahrensverzögerung, da dieser Gutachterkreis oftmals mit vorrangigen Aufgaben befasst ist. Sollte ein Gutachten nicht in angemessener Zeit erstellt werden können, kann der benannte Gutachter auch hier um Entbindung von dem Gutachtensauftrag ersuchen. Hält der Kläger dennoch an seinem Wunschgutachter fest, ist die hieraus entstehende Zeitverzögerung hinzunehmen. Denn das Gericht kann den Antrag auf Anhörung eines bestimmten Arztes nur dann ablehnen, wenn durch die Zulassung die Erledigung des Rechtsstreits verzögert werden würde und der Antrag nach der freien Überzeugung des Gerichts in der Absicht, das Verfahren zu verschleppen oder aus grober Nachlässigkeit nicht früher vorgebracht worden ist.

Einvernahme von Ärzten auf Antrag von Verwaltungsbehörden
Die bisher dargestellten Fallkonstellationen sind durch ein konstruktives Miteinander zwischen den Sozialgerichten und der Ärzteschaft gekennzeichnet, um im Interesse der rechtssuchenden Kläger durch eine ordnungsgemäße Sachverhaltsaufklärung und Begutachtung ein gerechtes Ergebnis im Einzelfall zu erzielen.
Gelegentlich kommt es jedoch auch zu Kontroversen bei der Entschädigung ärztlicher Leistungen (*8) oder zum Beispiel dann, wenn im Auftrag von Sozialleistungsträgern Ärzte gegebenenfalls zwangsweise einvernommen werden müssen. Werden die Kosten nicht in dem Umfang erstattet, wie sie der Arzt als Gutachter in Rechnung gestellt hat, kann die förmliche Kostenfestsetzung durch den Urkundsbeamten des Gerichts beantragt werden. Gegen dessen Entscheidung kann binnen eines Monats nach Bekanntgabe Erinnerung zum Kostenrichter eingelegt werden, der endgültig entscheidet.

Die Einvernahme von Ärzten auf Antrag von Sozialleistungsträgern oder Verwaltungsbehörden, vor allem der Versorgungsverwaltung, hat seit etwa Oktober des Jahres 2001 sprunghaft zugenommen. Allein am Sozialgericht Augsburg sind in den letzten neun Monaten (d.h. im Zeitraum 10/01 bis 07/02) 181 entsprechende Ersuchen eingereicht worden. Hintergrund ist ein Protestaufruf des Bayerischen Hausärzteverbandes e.V. gewesen, der die Höhe der Entschädigung von Befundberichten durch die Versorgungsverwaltung als zu niedrig erachtet hat. Folge war, dass Feststellungen nach dem Schwerbehindertengesetz (nunmehr: SGB IX) mangels entsprechender Unterlagen durch die Versorgungsämter nicht getroffen werden konnten. Diese haben sich dann im Interesse der betroffenen Behinderten und Schwerbehinderten an die Sozialgerichte mit der Bitte um Einvernahme des auskunftspflichtigen behandelnden Arztes gewandt. Im Regelfall haben die Ärzte dann dort die Befundberichte ordnungsgemäß erstellt und eingereicht. Bei einigen wenigen Ärzten sind jedoch wegen der Weigerung Befundberichte zu den gesetzlich vorgesehenen Entschädigungssätzen zu erstellen, Ordnungsgelder zwischen 100.- und 1.000.- Euro verhängt worden. (*9) Der Kern der Problematik ist darin zu sehen, dass der Gesetzgeber die Entschädigungssätze nach dem ZSEG mit Einführung des Euro zum 01.01.2002 geringfügig abgerundet hat. Ärzte können gegenwärtig Befundberichte über ihre Patienten regelmäßig nicht mehr kostendeckend erstellen, da an tatsächlichen Kosten bei ordnungsgemäßer Erledigung insgesamt etwa 30.- Euro zu schätzen sind. Insoweit müsste wiederum der Gesetzgeber zugunsten der Ärzteschaft tätig werden.

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Aktualisiert am: 25.05.17, Uhrzeit: 14.04

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Gesunde Ernährung: Gluten sorgt für Verwirrung

Glutenfreie Nahrung ist teuer - aber für Gesunde nicht von Vorteil - manchen Menschen schadet eine solche willkürliche Diät sogar. Wird die unberechtigte "Cholesterin-Panik" durch die ebenfalls unberechtigte "Gluten-Panik" abgelöst?

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zur Originalstudie (BMJ)  hier 

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Quellen: Spiegel online, BMJ 2017

 

Viagra (Sildenafil) wirkt in allen Altergruppen - unabhängig von Vorerkrankungen

Rund 10.000 Patienten erhielten im Zusammenhang mit ihrer geklagten erektilen Dysfunktion im Rahmen von 42 Plazebo-kontrollierten Doppelblind- Untersuchungen entweder Sildenafil,  oder ein wirkstofffreies Scheinmedikament. Es zeigte sich,  dass Sildenafil in allen Altersgruppen, und mit,  bzw. ohne Vorerkrankungen,  statistisch signifikant besser wirkte, als die in der Kontrollgruppe gegebene wirkstofffreie Kontrollsubstanz.

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Quelle:Int J Clin Pract. 2017

 

Überraschende Erkenntnis:  Fruchtsäfte sind eher als ungesund einzuschätzen und sollten daher im Regelfall  durch den Konsum von Früchten ersetzt werden.

Selbst "hochwertige",  frisch gepresste Fruchtsäfte sind nach Expertenmeinung nicht mehr als teures Zuckerwasser, das dick macht.  Den hochkalorischn Fruchtsäften fehlen oft Vitamine, Mineralien, Balaststoffe und Antioxydantien.  Sie können bei regelmäßigem Konsum  ein Übergewicht verstärken und die Insulin-Produktionskapazität des Organismus überfordern.  Fruchtsäfte lösen gelegentlich sogar eine Zuckerkrankheit (Diabetes-Typ-II) aus und erhöhen so mittel- und langfristig das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko.

 

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Quelle: Washington Post, Mai 2017

Tödliche Fehler: Früherkennung Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)  auch in Deutschland nicht optimal organisiert

Kritiker vermuten, dass jährlich das Leben zahlreicher Frauen gerettet werden könnte,  wenn die praxisnahe Ausbildung der Frauenärzte durch spezielle Weiterbildungsmaßnahmen verbessert würde.

Obgleich ein Gebärmutterhalskrebs leicht und ohne großen Aufwand früh erkannt und geheilt werden kann, wird die lebensrettende Diagnose jährlich bei rund 1.500 Frauen zu spät gestellt. Die Ursachen sind prinzipiell vermeindbar.   Zum Einen gehen nur 50% der für die Maßnahmen in Frage kommenden Frauen regelmäßig zur angebotenen Früherkennungsuntersuchung und zum Anderen sind viele Frauenärztinnen und -ärzte aufgrund ihrer kliniklastigen, lückenhaften praktischen Ausbildung nicht immer in der Lage, einen Abstrich vom Gebärmutterhals sachkundig abzunehmen. 

 

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Quelle: Medizinjournalisten-Stammtisch 2017

US-Arzneimittelbehörde FDA: Erster Gen-Selbsttest zugelassen

Erstmalig wurde in den USA ein Gentest (23andMe)von der FDA zugelassen, mit dessen Hilfe Endverbraucher - ohne ärztliche Hilfe - in ihrer Erbmasse die Veranlagung für zehn Erb-Krankheiten, bzw. besondere erblich bedingte Gesundheits- Zustände erkennen können.  Dies kann sie dann zu bestimmten Änderungen ihrer Lebensweie motivieren, bzw. zu einer ausführlichen Beratung durch ihren Arzt.

 

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Quelle:  Presseerklärung FDA, Informationen 23andMe

 

Hilft warme Milch bei Einschlafstörungen?

Neue Forschungsergebnisse belegen: warmer Milch enthält keine Bestandteile, die tatsächlich als eine Art wirksames Schlafmittel gelten können. Doch Schlafstörungen beruhen meist auf seelischen Problemen, daher spricht auch nichts dagegen,  warme Milch versuchsweise als Einschlafhilfe zu nutzen.

 

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Quelle: Spiegel online April 2017

Alternativmedizin und Pflanzenheilkunde

Die eher unscheinbare Küchenpflanze Wasserkresse - auch Brunnenkresse genannt- ersetzt eine ganze Apotheke

Trotz der zunehmenden Beliebtheit alternativer Heilmethoden ist wenig bekannt, dass die weit verbreitete Brunnenkresse/Wasserkresse zahlreiche Wirkstoffe enthält, die als sehr gesund gelten.

 

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Quelle:  Ulster University of Ireland

Krebsvorbeugung: Wundermittel Aspirin?

Die Langzeiteinnahme des beliebten Schmerzmittels Aspirin (Azentylsalizylsäre= ASS) senkt das Risiko an Krebs zu erkranken. Dies trifft unter anderem auf Darm-Lungen-, Brust- und Prostatakrebs zu.  Die jetzt vorgestellte Studie zeigt auch, dass das Risiko an Krebs zu sterben, bei Aspirin-Konsumenten deutlich herabgesetzt ist.

 

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Quellen: American Association for Cancer Research Annual Meeting 2017, Washington Post

Vitamine und Spurenelemente: Die Wirkung von Magnesium wird von vielen Menschen überschätzt

Die vielgenutzte Magnesium-Therapie wirkt bei schmerzhaften nächtlichen Beinkrämpfen nicht besser als ein in der Kontrollgruppe zur angeblichen Schmerzbekämpfung verordnetes Scheinmedikament (Plazebo).

 

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Quelle: JAMA, Februar 2017

Langzeitstudie:  Entlastung für die Pille

Eine Frau, die Jahrzehnte lang mit der Pille verhütet, muss später nicht fürchten, aus diesem Grund an einem Krebs zu erkranken. Eine weitere große Langzeitstudie gibt nun Entwarnung. Offenbar verursacht die Pilleneinnahme sogar einen (kleinen) Schutzeffekt.

 

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Quelle: FAZ März 2017

Der FeNO-Atemtest erleichtert die Diagnose der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen).

Ein internationales Forscherteam fand in einer wissenschaftlichen Studie heraus, dass  sich die Konzentration des Biomarkers  fraktioniertes  Stickoxid (FeNO) in der nasalen Ausatemluft gut für die Diagnostik der häufig vorkommenden allergischen Rhinitis eignet.

Es zeigte sich bei der Analyse der Studiendaten, dass die Konzentration des  Biomarkers FeNO  bei Patienten mit allergischer Rhinitis und Asthma mehr als doppelt so hoch ausfiel, als bei den Patienten der Vergleichsgruppe, die unter keiner Entzündung der Atemwege litten.

 

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Quelle:Journal of Asthma and Allergy

Blutgruppenbestimmung wird in Zukunft deutlich vereinfacht  werden

Ein innovativer Schnell-Test ermöglicht schon bald eine Blutgruppenbestimmung in nur 30 Sekunden

Chinesische Wissenschaftler haben einen einfach und billig durchzuführenden Papierstreifentest entwickelt,  mit dessen Hilfe eine Blutgruppe am Krankenbettohne viel Aufwand, extrem schnell und zuverlässig  bestimmt werden kann.  Der Papiertest kann wahrscheinlich in Zukunft in Notsituationen  viele Menschenleben retten.  

 

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Quelle: Spiegel online und Science Translational Medicine
Originalquelle hier lesen

Neue Studien bei Onkologen: Roche erzielt Top-Imagewerte in den Bereichen Lungenkarzinom und Mamma-/Ovarialkarzinom

 In der Indikation Lungenkarzinom wie auch im Bereich Mamma-/Ovarialkarzinom ist der Pharmahersteller Roche führend. Das geht aus den Ergebnissen von zwei neuen Studien zum Image von Pharmafirmen hervor, die Kantar Health Ende 2016 unter onkologisch tätigen Ärzten durchgeführt hat. Kantar Health ist eine weltweit führende Healthcare Beratungs-/Marktforschungsagentur.

 

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Quelle: Pressemitteilung - Kantar Health GmbH

Umstrittenes Vitamin D:  Schutz vor Atemwegsinfektionen konnte bewiesen werden

Die einen schwören auf die vielfältigen positiven Wirkungen von
Vitamin D.  Andere Forscher sind skeptisch oder warnen gar vor Überdossierung und Nebenwirkungen.  Jetzt hat eine Forschergruppe das vorliegende Datenmaterial von 25 zufallsgesteuerten wissenschaftlichen Untersuchungen ausgewertet an denen mehr als 10.000 Patienten teilgenommen hatten. Sie kamen zu dem Ergebniss, dass die Einnahme von Vitamin D3 und Vitamin D2 statistisch signifikant vor akuten Atemwegsinfektionen schützt.  Diese Prophylaxe- Wirkung erwies sich als besonders ausgeprägt, wenn zu Beginn der Therapie mit Vitamin D im Labor besonders niedrige Blutkonzentrationen nachgewiesen werden konnten.  Die Autoren der im British Medical Journal veröffentlichten Studie kamen zu dem Schluß, dass Vitamin D ein sicheres Medikament ist und bei regelmäßiger Einnahme das Risiko von Atemwegsinfektionen senkt.

 

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Quelle: BMJ Februar 2017

Akupunktur

Die tausende Jahre alte chinesische Nadeltherapie wird besonders oft und gerne zur Schmerztherapie eingesetzt. Doch die Wirkung ist umstritten. Viele Anwender berichten über eine schlechte Schmerzdämpfung - oft entspricht die beobachtete Wirkung der Nadeltherapie jener einer wirkungslosen Schein-Akupunktur. Doch jetzt wurde eine in China durchgeführte Akupunktur-Studie im Fachblatt JAMA vorgestellt, die zeigte, dass die bei Migräne-Patienten durchgeführte Nadeltherapie gut wirkte - statistisch signifikant besser als eine bei Patienten der Kontrollgruppe durchgeführte Scheintherapie.

 

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Quelle: JAMA Internal Medicine, Februar 2017

Vitamine und Spurenelemente: Die Wirkung von Magnesium gegen Muskelkrämpfe wird überschätzt

Die vielgenutzte Magnesium-Therapie wirkt bei nächtlichen Beinkrämpfen nicht besser als ein in der Kontrollgruppe zur Schmerzbekämpfung verordnetes Scheinmedikament (Plazebo).

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Quelle: JAMA, Februar 2017

Bluthochdruck im fortgeschrittenen Lebensalter:  Ärzte wollen Zielwert auf 150/90 mm HG erhöhen.

Eine zu starke Senkung der erhöhten Blutdruckwerte beeinträchtigt  aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen bei alten Menschen die Lebensqualität. Daher diskutieren nun unterschiedliche Fach-Gremien die Erhöhung der empfohlenen Ziel-Blutdruckwerte - auf 150/90 mm HG.

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Quelle: JAMA, Februar 2017

Heuschnupfen-Therapie sollte nicht abgekürzt werden

Die über die Mundschleimhaut anzuwendende sublinguale spezifische Immuntherapie  (SLIT) dauert mit rund fünf Jahren vielen Pollenallergikern zu lange.  Daher brechen sie die zu Hause durchzuführende Variante der Allergietherapie zu früh ab - oft ohne mit dem Arzt darüber zu sprechen. Doch dies erwies sich nun als keine gute Idee. Jetzt zeigte eine wissenschafttliche Studie, dass eine nur zweijährige sublinguale Immun-Therapie nicht wirkt. Den Therapieabbrechern droht die Entwicklung einer Asthma-Erkrankung.

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Quelle: JAMA, 2017

Impfen gegen Infektionskrankheiten beibt wichtig

Malaria-Impfstoff besteht erste Tests mit Patienten

Ein internationales Forscherteam hat einen Impfstoff entwickelt, der in einer Studie Patienten vollständig vor der Infektionskrankheit Malaria geschützt hat.

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Quelle: Spiegel online Februar 2017

Lungenkrebs-Screening

Die Krebs-Früherkennungs-Diagnostik ist derzeit bei Experten sehr umstritten. Überwiegen die Nachteile die erreichbaren Vorteile?

VieleÄrzte und auch Patienten meinen, dass Fortschritte bei der Bekämpfung der Krebserkrankungen nur durch eine deutliche Ausweitung der Früherkennnungs-Maßnahmen möglich ist. Doch ist das wirklich so?

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Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Sportmedizin
Körperliche Aktivität  und Senkung des allgemeinen Sterbe- und Herz-Kreislauf-Risikos

Eine im Fachblatt JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie zeigte, dass es für die Gesunderhaltung offenbar bereits ausreicht, wenn man sich nur am Wochenende an zwei Tagen ein wenig (150 Minuten)sportlich betätigt.

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Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Integrative Medizin

Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose)

Die bei Alternativ-Medizinern beliebte und weit verbreitete Therapie der Arthrose der Kniegelenke mit Glukosamin und Chondoitin erwies sich in einer wissenschaftlichen Studie als nicht geeignet, um den Gelenkschmerz effektiv - also besser - zu bekämpfen, als ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Plazebo). 

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Quelle: Arthritis and Rheumatology

Kinderheilkunde, Psychiatrie und Geburtshilfe:

Wenn Mutti Depressionen hat

Wenn eine werdenden Mutter während der Schwangerschaft
Anti-Depressiva einnimmt, dann erhöhte sich bei den Neugeborenen laut einer in Schweden durchgeführten Studie das allgemeine Sterberisiko, bzw. die Zahl der erforderlichen Krankenhausaufnahmen. Die Autoren der Studie wiesen aber auch darauf hin, dass  in der Gruppe der Kinder  der Studienteilnehmerinnen die Zahl schwerer Krankheiten insgesamt sehr niedrig war.

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Quelle. Pediatrics, American Academy of Pediatrics.

Gesunde Ernährung

Tee erweist sich auch in neuer Studie wieder als ein gesundes Lebensmittel 

 

Weit verbreitete Genußmittel wie Tee, Kaffee und Zigaretten waren und sind in ihrem Einfluß auf die Gesundheit des Menschen noch immer umstritten. Im renommierten Fachblatt Heart wurde nun eine große Beobachtungstudie veröffentlicht, in deren Verlauf sich zeigte, dass jene Menschen seltener einen Herzinfarkt erlitten, die täglich Tee trinken.

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Quelle: JAMA 2017

Asthma bronchiale:   bei Erwachsenen ist jede dritte Diagnose
falsch 

Sehr häufig wird die Diagnose Asthma ohne die eigentlich unerläßliche Anwendung der objektive Ergebnisse liefernden Testverfahren Spirometrie und FeNOAtemtest gestellt. Es verwundert daher nicht, dass etwa jede dritte Diagnose falsch ist. 

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Quelle: JAMA 2017

Schweiz: Hyperthermie-Krebstherapie Ab 2017 bezahlen Schweizer Kassen Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 hat das Bundesamt für Gesundheit Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Bestrahlung in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen. Damit können Patienten nun die Kosten für diese komplementärmedizinische Form der Krebstherapie über die Krankenkassen abrechnen. Hyperthermie erhöht Heilungschancen bei Krebs

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Quelle:  www.heilpraxisnet.de

Fischöl-Therapie: Vorbeugung von Asthma bei kleinen Kindern

Wenn Schwangere im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft pro Tag 2,4 Gramm Fischöl (in Form von Fischöl-Kapseln) einnehmen, dann haben ihre Kinder in den ersten fünf Lebensjahren ein um ein Drittel niedrigeres Risiko an Asthma und anderen entzündliche Atemwegsleiden zu erkranken. Im Rahmen dieser im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie, konnten keine unerwünschten Nebenwirkungen dieser vorbeugenden Therapie festgestellt werden - weder bei den Müttern, noch später bei deren Kindern.

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Volltext kostenlos
Quelle:Bisgaard H, Stokholm J, Chawes BL, et al. Fish Oil-Derived Fatty Acids in Pregnancy and Wheeze and Asthma in Offspring. N Engl J Med. 2016 Dec 29;375(26):2530-9. doi: 10.1056/NEJMoa1503734. (Original)

USA:  Warnhinweis für Homöopathie 02.01.2017 

Die Debatte um die Wirksamkeit von Homöopathika tobt seit Jahren. Dabei ist die Studienlage eindeutig. Jetzt legt die US-amerikanische Handelsbehörde FTC  daher fest: Homöopathische Medikamente müssen klar als wirkungslos gekennzeichnet sein.  In Zukunft muss auf den frei verkäuflichen homöopathischen Medikamenten vermerkt sein, dass sie nicht wirken. Das hat in den USA die Federal Trade Commission festgelegt. Sollte es auch in Zukunft keine wissenschaftlich aussagekräftigen Studien zur Wirksamkeit der Mittel geben, so müsse auf die Verkaufspackungen  ein Warnhinweis aufgedruckt sein, dass das Produkt nicht wie angekündigt funktioniert“, so die FTC.  Naturgemäß sind die Homöopathen ganz anderer Meinung. Sie verweisen auf zahlreiche Studien, die ihrer Meinung nach die Wirksamkeit der Homöopathie eindeutig beweisen.

mehr lesen
Quelle: Laborwelt

D-Mannose: hilft bei manchen antibiotika-resistenten Harnwegsinfektionen.

Doch die Hauptanwendung ist die Vorbeugung von immer wieder aufflackernden  Harnwegsinfektionen.

Der Zucker D-Mannose wird rezeptfrei in der Apotheke als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und soll Harnwegsinfekten vorbeugen, indem es bestimmte Bakterien daran hindert ( dies weurde in Tierversuchen herausgefunden) sich an der Wand der Harnblase festzusetzen. Andere Untersuchungen lieferten Hinweise darauf, dass D-Mannose schädliche Bakterien an der Vermehrung hindert und dafür  für die Darmflora wichtige "gute" Bakterien  bei ihrer Ausbreitung im Darm unterstützt. Die zusammen getragenen  Informationen sind bisher aber widersprüchlich und sollten nach Meinung der Forscher im Zuge weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen abgeklärt werden.

mehr lesen
und auch hier
Quelle: WIKIPEDIA und WebMD

"Volksnahrungsmittel" Magensäureblocker?

Wie in Spiegel online zu lesen war, verordnen deutsche Ärzte angeblich viel zu häufig sog. Protonenpumpenhemmer, die im Volksmund auch "Magensäureblocker" genannt werden.  Dies ergab eine Analyse der Barmer Krankenkasse , die das Unternehmen für das Magazin SPIEGEL durchgeführt hatte. 

Die Protonenpumpenhemmer unterdrücken im Verdauungstrackt die Freisetzung von Magensäure (Salzsäure) nahezu total und bekämpfen so Magengeschwüre und Sodbrennen.   Doch bei der üblichen Langzeit-Einnahme kommt es oft zu gefährlichen Nebenwirkungen durch Knochenschwund bedingter Knochenbrüche und zu einem Magnesiummangel, der Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle begünstigt. 

mehr lesen
Quelle: Spiegel online

Sind viele Arztbesuche tatsächlich überflüssig?

Spiegel online beleuchtet diese Frage ausführlich und stützt sich dabei auf Daten, die von deutschen Krankenkassen zusammengetragen wurden.

mehr lesen
Quelle Spiegel online

Prost Neujahr!
Ist Alkohol weniger schädlich für die Gesundheit als bisher angenommen?

Die vom Alkohol ausgehenden Gesundheitsgefahren wurden bisher überschätzt. Ein mäßiger Alkoholkonsum tötet offenbar keine Hirnzellen ab, sondern beeinflusst die Hirnleistung nur kurzfristig. Sobald der Alkohol abgebaut ist, funktioniert das Gehirn wieder normal. Mittel- und langfristig gesehen erhöht ein mäßiger Alkoholkonsum offenbar sogar die Leistungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns.

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Quelle: Spiegel online , AAAC Science Net, American Journal of Epidemiology

Innere Medizin: Dauer der Antibiotika-Therapie ist umstritten

Die Ärzte sind sich uneins: darf man bakterielle Infektionen wie beispielsweise Lungen- oder Mittelohrentzündungen mit einer von 10 auf 5 Tage verkürzten Antibiotika-Therapie behandeln, ohne die Patienten zu gefährden ?

mehr lesen (Lungenentzündungen)
mehr lesen (Mittelohrentzündungen)

Kinderheilkunde und Neurologie: Die bisher übliche Therapie einer akuten Gehirnerschütterung wird derzeit grundsätzlich überdacht.

Bisher wurde den Patienten unmittelbar nach dem Unfall als Vorsichtsmaßnahme strenge Bettruhe verordnet.  Nun zeigt eine im  US-Fach-Journal JAMA veröffentlichte Studie zur Überraschung der Forscher, dass ein sehr früher Beginn derkörperlichen Aktivitäten  den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst hatte.

mehr lesen
Quelle: JAMA

Feminismus:  Sind Frauen generell die besseren Ärzte?

Bisher gingen in den USA die meisten Medizin-Profis davon aus, dass das deutlich geringere Einkommen von Ärztinnen darauf zurück zu führen sei, dass auch die Qualität ihrer beruflichen Leistungen entsprechend geringer ausfällt.  Diese Erklärung wurde hinter vorgehaltener Hand unter anderem auf die auch in den USA übliche Doppelbelastung vieler Frauen zurück geführt.  Doch nun hat eine im Fachblatt JAMA veröffentlichte Studie gezeigt, dass diese weit verbreiteten Vorurteile nicht berechtigt sind. Sobald Patienten nämlich von weiblichen Internisten behandelt worden waren, fiel sowohl ihre 30-Tage-Sterblichkeit geringer aus, als auch die Wahrscheinlichkeit der schnellen Wiederaufnahme in stationäre Behandlung.  Obgleich die Unterschiede nicht groß waren, zeigen die erhobenen Daten, dass das niedrigere Einkommen der Ärztinnen nicht mit schwächeren fachlichen Leistungen begründen läßt.

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Quelle: JAMA 2016

Chirurgie: Geplante Routine-Operationen,  oder überraschend notwendiger Notfall-Eingriff? 

Die Gabe weit verbreiteter sog. "Blutfettsenker" aus der Wirkstofffamilie der Statine vermindern offenbar das Risiko von OP-Komplikationen - und erwies sich daher in vielen Fällen als Lebensretter.

In den USA wurden die Daten von 180.478 Patienten analysiert, die sich einer OP unterzogen hatten, die nicht das Herz betraf.  Es zeigte sich, dass Patienten, die am Tag der Operation, oder in den 24 Stunden danach einen Blutfetttsenker aus der Familie der Statine eingenommen hatten,  im ersten Monat nach dem Eingriff ein deutlich niedrigeres Sterberisiko aufwiesen - verglichen mit den Patienten der Vergleichsgruppe, die keine Statine erhalten hatten.  Weitere Untersuchungen werden in Zukunft zeigen müssen, ob im Zusammenhang mit Operationen aus wissenschaftlicher Sicht eine allgemeine Empfehlung der Statin-Begleittherapie   gerechtfertigt ist.

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Quelle:JAMA 2016

Chirurgie

Häufige Diagnose Karpal-Tunnel-Syndrom  - Unklarheiten bei der Diagnose und der nachfolgenden Therapie

Das sogenannte Karpal-Tunnel-Syndrom kommt nahezu gleich häufig vor wie die weit verbreitete Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose).  Doch trotz der Häufigkeit dieser Leiden werden sehr häufig Fehldiagnosen gestellt und die Auswahl der ärztlich empfohlenen Therapien erweist sich oft auch als kontrovers und unter Chirurgen als heftig umstritten. Bei beiden Leiden wird nach Meinung vieler Ärzte auch in Deutschland zu häufig operiert - gelegentlich mit  zweifelhaftem Erfolg.  
Jetzt haben sich international bekannte Orthopädie-Experten im renommierten Fachblatt New England Journal of Medicine ausführlich zu diesen beiden Krankheiten geäußerte und haben mit ihren detaillierten Ratschlägen zahlreiche Krankheits-Varianten abgehandelt,  die ganz unterschiedliche Therapien erfordern.

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Quelle: NEJM 2016

Vitamin-D-Prophylaxe im Zwielicht:  Was nun?

In einem See von Unsicherheiten galt bisher die vorbeugende Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel als eine gute, der Gesundheit dienliche  Idee - und wurde auch von vielen Ärzten wohlwollend unterstützt.  Dies insbesondere dann, wenn sich die Individuen wenig im Sonnenlicht aufhalten, was die natürlich Synthese von Vitamin D behindern kann. Doch nun kommen Zweifel an der Wirkung auf, die Patienten und Ärzte verunsichern werden.

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Quelle: British Medical Journal 2016

Alkohol als wenig beachteter Risikofaktor für Krebs?

Schon relativ kleine Mengen an Alkohol erhöhen das statistische Risiko für bestimmte Arten von Krebs  - insbesondere Darm-, Leber- und Speiseröhrenkrebs sind gefürchtete Folgen des regelmäßigen und/oder übermäßigen Alkohol-Konsums. Forscher fanden bei der Auswertung von Statistiken heraus, dass nur wenige Menschen den ärztlichen Rat befolgen,  an zwei Tagen der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.
Besonders hoch ist das individuelle Krebsrisiko immer dann, wenn Menschen rauchen und zusätzlich  auch regelmäßig Alkohol trinken - was oft der Fall ist.  Diese Tatsachen ändern aber nichts an der die Lage komplizierenden  Erkenntnis, dass ein mäßiger Alkoholgenuß (als grobe Orientierung: 1-2 Gläser Rotwein am Tag)  offenbar das Risiko tödlicher Herzinfarkte senkt.

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Quelle: online Focus, Navigator  Medizin

Ist die schon bald mit Hilfe eines einfach durchzuführenden Speicheltests möglich?

An der Universität Loughborough entwickelte ein Forscherteam einen einfach durchzuführenden Speicheltest, der es möglich macht, mit Hilfe der Analyse "metabolischer Biomarker" - das sind körpereigene Substanzen, die bei  Stoffwechsel entstehen- Allergien und Asthma nachzuweisen.
Der Test kann in jeder Altersgruppe zum Einsatz kommen. Bevor der Speichel-Test allerdings in der ärztlichen Alltagspraxis verfügbar ist, sind erst noch die üblichen, breit angelegten wissenschaftliche Zulassungs-Studien erforderlich. Doch dass die innovative Methode grundsätzlich für die Diagnose von Asthma  geeignet ist, konnte nun bereits nachgewiesen werden.

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Quelle: Dr. tipster

Krebs: die Immuntherapie ist bei bösartigen Tumorleiden umstritten

Die Immuntherapie wird seit einiger Zeit in zahlreichen Varianten als der große Durchbruch bei der Krebstherapie gefeiert.  Damit erhalten Patienten eine Chance, die bis vor kurzem als unheilbar und dem Topd geweiht galten. Weltweit machte sich daher unter Onkologen Euphorie breit.  Doch nun hat diese Hoffnung einen Dämpfer erhalten.

Die angesehene New York Times berichtete ausführlich über den um sich greifenden Verdacht, dass die teuren Immun-Therapeutika auch die noch gesunden inneren Organe der Patienten angreifen und innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen.

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Quelle: NYT

Homöopathie: Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie

Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy

• Versorgungsforschung
• Randomisierte kontrollierte klinische Studien
• Meta-Analysen
• Grundlagenforschung

 

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Quelle: Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy

 




 

 


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