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Abgrenzung von Krankenhausbehandlung und stationärer Rehabilitation

 

Abgrenzung von Krankenhausbehandlung und stationärer Rehabilitation beziehungsweise von vollstationärer, teilstationärer und ambulanter Behandlung


Das Münchhausen-Syndrom
Zur Vorgeschichte: Bereits im Jahr 1996 hat das Bundessozialgericht (1), eine Fallkonstellation rechtlich zu beurteilen gehabt, in denen eine „Krankenhauswanderin“ sich über 300 mal unter Vortäuschen von Krankheitssymptomen immer wieder hat stationär aufnehmen und behandeln lassen. Vorgetragen worden sind zum Beispiel nachts in der chirurgischen Notaufnahme einer Poliklinik krampfartige Schmerzen im Unterleibsbereich, Obstipation und Erbrechen nach angeblich bereits erfolgter vierfacher Ileus-Operation. Der daraufhin durchgeführte chirurgische Eingriff hat sich nachträglich als unnötig herausgestellt. Das Verhalten der in Wirklichkeit an einem Münchhausen-Syndrom leidenden Patientin hat zu einem Gesamtschaden in Höhe von rund 250.000.- € für die betroffene Krankenkasse geführt. In dem entschiedenen Einzelfall sind zwischen dem Krankenhausträger und der Krankenkasse 2.900.- € streitig gewesen.

Das Bundessozialgericht hat grundlegend ausgeführt, dass es sich hier um einen Parteienstreit im sogenannten „Gleichordnungsverhältnis“ handelt. Dies bedeutet, dass die Krankenkasse gegenüber dem Krankenhausträger nicht hoheitlich durch Verwaltungsakt tätig werden darf (und dies im konkreten Fall auch nicht getan hat). Vielmehr ist der Krankenhausträger berechtigt unmittelbar zu dem örtlich zuständigen Sozialgericht eine Leistungsklage zu erheben, wenn seine Honorarforderung (trotz Erinnerung oder Mahnung) nicht beglichen wird.

In der Sache hat das Bundessozialgericht dargelegt, dass in dem Dreiecksverhältnis zwischen Versicherter (Versichertem), Krankenkasse und Krankenhaus(-träger) zwischen dem „Behandlungsverhältnis“ und dem „Abrechnungsverhältnis“ zu unterscheiden ist. Wie bisher ist für die Behandlungsbeziehungen zwischen Patient und Krankenhaus von einer zivilrechtlichen Prägung und einer Zuständigkeit der Zivilgerichte auszugehen, für die hier maßgeblichen Abrechnungsbeziehungen zwischen der Krankenkasse und dem Krankenhaus(-träger) jedoch von einer öffentlich-rechtlichen Ausgestaltung und damit einer Zuständigkeit der Sozialgerichte.

Entscheidungserheblich ist gewesen, dass der im Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V) global zugesagte Anspruch des/der Versicherten auf Krankenhausbehandlung durch die Entscheidung des Krankenhausarztes über die Aufnahme und die jeweils geplanten Behandlungsmaßnahmen fortlaufend konkretisiert wird. Stellt sich nachträglich heraus, dass die Aufnahme und Behandlung nicht erforderlich gewesen sind, ist die Krankenkasse – auch bei bewusster Täuschung durch einen Geschäftsunfähigen (hier: die „Krankenhauswanderin“) – nur dann nicht an die Entscheidung des Krankenhausarztes gebunden, wenn dieser ex ante hätte erkennen können, dass die Aufnahme und Behandlung nicht erforderlich waren.

Überprüfung der Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung
Die vorstehend dargelegte Rechtslage hat damit die Verantwortlichkeit des Krankenhausarztes betreffend Aufnahme und Behandlung in den Vordergrund gerückt. Aus der Sicht der Kostenträger hat dies die Gefahr eines missbräuchlichen Verhaltens dergestalt in sich geborgen, dass in Hinblick auf eine bessere Bettenauslastung (Abrechnung nach Pflegesätzen pro Bett und Tag) eine Krankenhausbehandlung unnötig lange angenommen worden ist. Stattdessen wären Rehabilitationsmaßnahmen angezeigt oder ambulante Maßnahmen ausreichend gewesen, so die Vermutung von Krankenkassen in bestimmten Einzelfällen.

Nachdem von einer Krankenkasse in Berliner Krankenhäusern statistisch überlange Verweildauern festgestellt und deswegen Kostenübernahmeerklärungen regelmäßig befristet und die Kosten auch nur bis zum Fristablauf übernommen worden sind, hat sich das Bundessozialgericht im Jahr 2001 (2) erneut mit der aufgezeigten Problematik beschäftigen müssen und entschieden:

Der durch die Entscheidung des Krankenhausarztes begründete Anscheinsbeweis der Notwendigkeit und Dauer einer bestimmten Krankenhausbehandlung kann nicht dadurch erschüttert werden, dass die Krankenkasse auf eine statistisch festgestellte allgemeine Überschreitung der durchschnittlichen Verweildauer verweist.
Wird das zur Überprüfung der Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung vereinbarte Verfahren von der Krankenkasse nicht eingehalten, ist sie nach Fälligkeit der Krankenhausforderung nicht mehr berechtigt, die Unwirtschaftlichkeit der Behandlung geltend zu machen; eine gerichtliche Sachaufklärung der Behandlungsnotwendigkeit findet (dann) nicht mehr statt.
Im Einzelnen hat das Bundessozialgericht Folgendes vorgegeben: Die Krankenkasse ist bei einem zugelassenen Krankenhaus verpflichtet, die normativ festgelegten Entgelte zu zahlen. Über die Erforderlichkeit der Krankenhausbehandlung entscheidet der Krankenhausarzt. Die Kostenübernahmeerklärung hat für den Zahlungsanspruch des Krankenhauses keine derartige Wirkung, dass davon die Zahlungspflicht der Krankenkasse abhängen würde. Sie hat lediglich beweisrechtliche Funktion. Das Fehlen einer Kostenübernahmeerklärung führt nicht zu einer „Beweislastumkehr“ zu Lasten des Krankenhauses. Für das Vorbringen der Krankenkasse, statistische Auffälligkeiten würden die Nichterforderlichkeit der Krankenhausbehandlung beweisen, gibt es keine rechtliche Grundlage. – Die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Krankenhausbehandlung erfolgt ausschließlich im Prüfverfahren nach § 113 SGB V (3). Daneben kann unwirtschaftliches Verhalten nur auf Grundlage der Rahmenverträge durch eine frühzeitige Einschaltung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) geltend gemacht werden. Bei medizinischen Zweifeln an Notwendigkeit und Dauer der Krankenhausbehandlung hat die Krankenkasse einen Kurzbericht anzufordern. Für die Überprüfung der Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung ist eine Auseinandersetzung mit der Beurteilung des Krankenhausarztes erforderlich. Es reicht nicht aus, die Kostenübernahmeerklärung ohne jeden erkennbaren Bezug zur Diagnose des Krankenhausarztes zu befristen. Eine nachträgliche Überprüfung der Behandlungsbedürftigkeit ist nur solange möglich, als sich ein Krankenhaus hierauf einstellen kann und muss. Die Einleitung des Prüfverfahrens unter Einschaltung des MDK ist spätestens dann erforderlich, wenn die Krankenkasse nach Vorlage der Rechnung und dem Fälligwerden der geforderten Vergütung Zweifel an der Behandlungsnotwendigkeit hat. Eine gerichtliche Sachaufklärung der Behandlungsnotwendigkeit findet (wie vorstehend bereits erwähnt) nicht mehr statt.

Überprüfung einer Krankenhausabrechnung durch die Krankenkasse
In der Zwischenzeit hat sich in Rheinland-Pfalz ein weiterer Rechtsstreit entwickelt, den das Bundessozialgericht im Jahr 2002 (4) entschieden hat. Zum Sachverhalt: Eine gesetzlich krankenversicherte Patientin ist im Mai beziehungsweise August 1998 stationär behandelt worden. Hierfür hat der Krankenhausträger die Fallpauschale 12.01 beziehungsweise Basis- und Abteilungspflegesätze und das Sonderentgelt 12.19 in Rechnung gestellt. Die Krankenkasse hat lediglich die Kosten der Fallpauschale 12.03 bzw. die Basis- und Abteilungspflegesätze sowie das Sonderentgelt 12.18 bezahlt. Gleichzeitig hat die Krankenkasse die Arzt-, Operations- und Entlassungsberichte mit der Begründung angefordert, dass die Fallpauschale 12.01 und das Sonderentgelt 12.19 ohnehin nur selten anfallen würden und nur nach Begutachtung durch den MDK erstattet werden könnten. Das Krankenhaus hat die Auffassung vertreten, dass die Überlassung von ärztlichen Unterlagen wie gefordert zu Abrechnungszwecken nicht zulässig sei.

Das Bundessozialgericht hat der Klage auf Zahlung des streitigen Differenzbetrages in Höhe von 526,32 € beziehungsweise 238,67 € stattgegeben:

Zur Überprüfung einer Krankenhausabrechnung daraufhin, ob die Leistungen den einschlägigen Fallpauschalen und Sonderentgelten sachlich richtig zugeordnet sind, hat die Krankenkasse kein eigenständiges Recht auf Einsichtnahme in die Behandlungsunterlagen.
Bei Zweifeln an der sachlichen Richtigkeit einer Krankenhausabrechnung kann die Krankenkasse eine gutachtliche Stellungnahme des MDK einholen, der die dazu erforderlichen Behandlungsunterlagen einsehen kann und der Krankenkasse das Ergebnis der Begutachtung mitzuteilen hat.
Denn Zweifel einer Krankenkasse, ob ein Krankenhaus die einer Fallpauschale beziehungsweise einem Sonderentgelt zu Grunde liegende Leistung auch tatsächlich erbracht hat, geben ihr kein Recht, die Zahlung des Differenzbetrages zu verweigern, bis diese Zweifel ausgeräumt sind. Die Krankenkasse kann zwar jede Rechnung auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Durch diese Prüfung wird die im Krankenhausbehandlungsvertrag (KVB) vereinbarte Frist jedoch nicht gehemmt. Nur eine formal nicht ordnungsgemäße Abrechnung würde der Zahlungspflicht entgegenstehen. Die für eine sachlich-rechnerische Überprüfung einer Krankenhausbehandlung gegebenenfalls erforderliche Einsichtnahme in die Behandlungsunterlagen des/der Versicherten kann die Krankenkasse nicht verlangen. Hierfür ist sie auf das Tätigwerden des MDK angewiesen. Dieser ist im Fall einer Abrechnungsprüfung nach §§ 276, 277 SGB V ausdrücklich ermächtigt und verpflichtet, die erforderlichen Sozialdaten anzufordern und der Krankenkasse das Ergebnis der Begutachtung mitzuteilen.

Abgrenzung von vollstationärer, teilstationärer und ambulanter Behandlung im Krankenhaus
Nachdem das Bundessozialgericht rechtlich vorgegeben hat, nach welchem Modus Rechnungen der Krankenhausträger überprüft werden können, hat sich die Frage der Abgrenzung von vollstationärer, teilstationärer und ambulanter Behandlung im Krankenhaus als klärungsbedürftig erwiesen.

Anlass ist folgender Fall in Schleswig-Holstein gewesen: In einer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sind bei einer 14 Jahre alten Patientin retinierte und verlagerte Weisheitszähne operativ entfernt worden. Der Klinikaufenthalt hat von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr gedauert. Wegen des komplikationslosen Verlaufes ist die Patientin noch am selben Tag entlassen worden. Für die Behandlung stellte die Klinik den Fachabteilungspflegesatz sowie den Basispflegesatz für eine vollstationäre Behandlung in Höhe von insgesamt 551,04 € in Rechnung. Die Krankenkasse hat sich jedoch nur bereit erklärt, die Behandlung als ambulante Operation zu vergüten. Dies hat die Klinik abgelehnt und geltend gemacht, die vier Weisheitszähne würden in solchen Fällen zwar regelmäßig durch niedergelassene Kieferchirurgen in zwei ambulanten Behandlungen unter Lokalanästhesie entfernt. Wegen großer Ängstlichkeit der Patientin sei aber eine entsprechende Behandlung nicht möglich gewesen. Der Versicherten seien daher nach Prämedikation in Dämmerschlafnarkose mit zusätzlicher örtlicher Betäubung die vier Weisheitszähne entfernt worden. Die postoperative Intensivüberwachung auf der Station habe sechs Stunden gedauert. Dies stelle einen operativen Eingriff mit Gewährung von Krankenhauspflege, Intensivüberwachung und ärztlicher Behandlung dar. Die Krankenkasse hat dagegen die Auffassung vertreten, dass eine stationäre Behandlung einen Tag- und Nachtaufenthalt des Patienten (hier: der 14jährigen Versicherten) erfordere.

Hierzu hat sich das Bundessozialgericht im Jahr 2004 (5) wie folgt geäußert: Dem Krankenhaus steht ein vertraglicher Vergütungsanspruch nicht zu, weil eine stationäre oder teilstationäre Behandlung nicht stattgefunden hat. Denn das Pflegesatzrecht und damit die Erlöse aus den Pflegesätzen beziehen sich nur auf die stationären und teilstationären Leistungen des Krankenhauses. Die maßgebenden Merkmale für eine stationäre und teilstationäre Behandlung gibt das Gesetz aber weder bei den Vergütungsregelungen noch bei den Regelungen über die Leistungsansprüche der Versicherten in §§ 39 ff SGB V vor. Die frühere Definition in § 39 SGB V in der Fassung des GSG, wonach Versicherte Anspruch auf vollstationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus haben, wenn die Aufnahme nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann, hat in der Vergangenheit zur Abgrenzung ausgereicht.

Seit dem 01. April 1993 ist aber auch die Durchführung ambulanter Operationen im Krankenhaus möglich. Der Aufenthalt des gesetzlich krankenversicherten Patienten im Krankenhaus zur Durchführung einer Operation bedeutet danach im Unterschied zu früheren Zeiten noch keine vollstationäre Behandlung. Hinzukommen müssen weitere Erfordernisse. Die Durchführung einer sogenannten Vollnarkose ist aber ebenso wenig ausreichend wie die postoperative Lagerung des Patienten in einem Ruhebett. Auch das zur Abgrenzung vielfach herangezogene Kriterium der „Aufnahme“ in das Krankenhaus ist nicht geeignet.

In Frage kommen aber die (geplante oder tatsächliche) Dauer des Krankenhausaufenthalts oder das Vorliegen eines „Aufnahmevertrages“. Verbringt der Patient die Nacht vor und die Nacht nach dem Eingriff nicht im Krankenhaus, liegt auch keine teilstationäre Behandlung vor.

Im Einzelnen: Dem in § 115 b SGB V enthaltenen Auftrag zur Vereinbarung eines Katalogs ambulant durchführbarer Operationen sind die Spitzenverbände der Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung erstmals mit dem am 01. April 1993 in Kraft getretenen Vertrag über das ambulante Operieren im Krankenhaus nachgekommen. Dort ist bestimmt, dass der Katalog ambulant durchführbarer Leistungen aus den im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgeführten ambulanten Operationen und ambulanten Anästhesien sowie den entsprechenden Leistungen aus den Abschnitten B IX und B X EBM in der jeweils gültigen Fassung besteht. Danach erfolgt die Entfernung retinierter und verlagerter Weisheitszähne „in der Regel“ im Wege einer ambulanten Operation. Auch in Berücksichtigung der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung ambulanter Operationen vom 13. April 1994 entspricht vorliegend die Krankenhausbehandlung der 14 Jahre alten Patientin angesichts des operativen Eingriffs im Rahmen eines Tages (hier: 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr) dem typischen Erscheinungsbild ambulanter Operationen. Aus der Inanspruchnahme eines Bettes auf der Station folgt noch nicht eine Aufnahme im Sinne einer „physischen und organisatorischen Eingliederung des Patienten in das spezifische Versorgungssystem des Krankenhauses“.

Das Bundessozialgericht geht im Kern seiner Überlegungen von Folgendem aus:

Eine Abgrenzungsschwierigkeiten weitestgehend vermeidende Definition von vollstationärer, teilstationärer und ambulanter Krankenhausbehandlung kann nur vom Merkmal der geplanten Aufenthaltsdauer ausgehen. Insofern hat die Vorinstanz zutreffend dargelegt, eine physische und organisatorische Eingliederung in das spezifische Versorgungssystem des Krankenhauses sei augenfällig gegeben, wenn sie sich zeitlich über mindestens einen Tag und eine Nacht erstrecke. Damit ist die vollstationäre Behandlung erfasst. Es besteht auch weitgehend Einigkeit in der Literatur, dass der Patient bei der vollstationären Versorgung zeitlich ununterbrochen (also Tag und Nacht) im Krankenhaus untergebracht ist. Ein Eingriff findet demgemäß nur „ambulant“ im Sinne von § 115 b SGB V statt, wenn der Patient die Nacht vor und die Nacht nach dem Eingriff nicht im Krankenhaus verbringt.

Ist das der Fall, liegt auch keine teilstationäre Behandlung vor. Bei der teilstationären Behandlung ist die Inanspruchnahme des Krankenhauses zwar ebenfalls zeitlich beschränkt. Diese Form der stationären Behandlung erfolgt insbesondere bei Unterbringung der Patienten in Tages- und Nachtkliniken. Bedeutsam ist die teilstationäre Versorgung vor allem auf dem Gebiet der Psychiatrie; sie findet aber auch bei somatischen Erkrankungen, bei krankhaften Schlafstörungen (Schlafapnoe) oder im Bereich der Geriatrie statt. Kennzeichnend ist hier eine zeitliche Beschränkung auf die Behandlung tagsüber, bei der die Nacht zu Hause verbracht wird (Tageskliniken), oder die Behandlung abends und nachts, bei der der Patient sich tagsüber in seinem normalen Umfeld bewegt (Nachtkliniken). Aus der zeitlichen Beschränkung und den praktischen Anwendungsbereichen wird erkennbar, dass die teilstationäre Behandlung zwar keine „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ des Patienten darstellt, sich die Behandlung aber auch nicht im Wesentlichen im Rahmen eines Tagesaufenthaltes im Krankenhaus erschöpft. – Vielmehr erstrecken sich teilstationäre Krankenhausbehandlungen auf Grund der im Vordergrund stehenden Krankheitsbilder regelmäßig über einen längeren Zeitraum, wobei allerdings die medizinisch-organisatorische Infrastruktur eines Krankenhauses benötigt wird, ohne dass eine ununterbrochene Anwesenheit des Patienten im Krankenhaus notwendig ist.

Im Folgenden deutet das Bundessozialgericht an, dass es Sonderfälle wie den der Dialyse als Grenzfall zwischen teilstationärer und ambulanter Krankenhausbehandlung eher dem ambulanten Bereich zuordnen würde und verweist insoweit auf die Änderungen der Bundespflegesatzverordnung zum 01. Januar 2004. Eine Fallkonstellation wird jedoch noch eigens erwähnt: Die Entscheidung zum Verbleib des Patienten über Nacht wird in der Regel zu Beginn der Behandlung vom Krankenhausarzt getroffen, kann aber im Einzelfall auch noch später erfolgen. Geht es zum Beispiel um Fälle, in denen der operative Eingriff zwar nach den Regeln der Heilkunst ambulant vorgenommen werden darf, und wird er auch so geplant und durchgeführt, ist eine Entlassung des Patienten nach Hause noch am gleichen Tag nach der üblichen Ruhephase ausnahmsweise aber nicht möglich, weil wegen einer Komplikation im nachoperativen Verlauf eine ständige Beobachtung und weitere Behandlung über die Nacht hinweg angezeigt erscheint, liegt nunmehr eine – einheitliche – vollstationäre Krankenhausbehandlung vor.

Ambulant operieren – anschließender stationärere Aufenthalt in einer Klinik ?
In einer hierauf aufbauenden Entscheidung hat das Bundessozialgericht ebenfalls im Jahr 2004 (6) sich mit folgender Problematik befasst: Niedergelassene und zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassene Orthopäden haben in großer Zahl in angemieteten Operationsräumen einer Privatklinik arthroskopische und Kreuzbandoperationen durchgeführt. Die Operationsräume der Privatklinik haben sich über der Gemeinschaftspraxis befunden. Einer der Orthopäden ist Mehrheitseigner der GmbH gewesen, die die Klinik betrieben hat. In den für die Patienten bestimmten Merkblättern ist eine Aufnahme in die Privatklinik im Anschluss an die Operation empfohlen worden, auch wenn diesbezüglich zutreffend vorab darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass mit den gesetzlichen Krankenkassen keine Verträge bestünden und deswegen die Kosten der Privatklinik selbst getragen werden müssten.

Dies hat das Bundessozialgericht missbilligt: Veranlassen Vertragsärzte nach von ihnen in ihrer vertragsärztlichen Praxis durchgeführten Operationen ihre Patienten, einen stationären Aufenthalt in einer Klinik zu nehmen, sind die Operationen nicht der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung zuzurechnen. Dem Vertragsarzt steht für Leistungen, die er nicht gemäß den Bestimmungen des Vertragsarztrechts erbracht hat, auch kein Vergütungsanspruch auf bereicherungsrechtlicher Grundlage zu.

Zur Begründung auch hier: Eine stationäre Behandlung liegt vor, wenn eine physische und organisatorische Eingliederung des Patienten in das spezifische Versorgungssystem des Krankenhauses gegeben ist, die sich zeitlich über mindestens einen Tag und eine Nacht erstreckt. Ein ambulanter Eingriff findet demgemäß nur dann „ambulant“ im Sinne von § 115 b SGB V statt, wenn der Patient weder die Nacht vor noch die Nacht nach dem Eingriff im Krankenhaus verbringt.

Die Verfassungsbeschwerde der betroffenen Orthopäden gegen das vorstehend auszugsweise zitierte Urteil des Bundessozialgerichts ist vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen worden.

Zur Abgrenzung stationärer Krankenhausbehandlung von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen
Besonders in Einrichtungen, die sowohl zur stationären Versorgung zugelassen sind als auch Rehabilitationsmaßnahmen vertraglich erbringen dürfen, stellt sich immer wieder die Frage, welchem Bereich konkret welche Behandlungsmaßnahmen zuzurechnen sind.

Für den orthopädischen Bereich hat das Sozialgericht Augsburg (7) einen Fall zu entscheiden gehabt, in dem der behandelnde niedergelassene Arzt eine stationäre Krankenhausbehandlung für erforderlich gehalten hat: Der Patient hat an einer „akuten Lumboischialgie rechts bei BSV L5/S1 und BS-Protrusio L3/4 und L4/5 samt Cervicobrachialgie beidseits sowie Cervicocephalgie bei BSV C5/6 und BS-Protrusionen C5/Th1“ gelitten. Eine ambulante conziliarische Untersuchung in einer orthopädischen Fachklinik vor Ort hat jedoch ergeben, dass deswegen Rehabilitationsmaßnahmen befürwortet worden sind, deren Erfolg abgewartet werden sollte. Anschließend ist der Patient in eine Einrichtung aufgenommen worden, die vertraglich sowohl zur stationären Versorgung als auch zur Erbringung von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen zugelassen ist. Diese hat ihre Leistungen gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse zu den Sätzen als stationäre Krankenhausbehandlungsmaßnahme abgerechnet wissen wollen.

Im Rahmen der Beweisaufnahme ist jedoch Folgendes deutlich geworden: Im Vordergrund der intensiven krankengymnastischen Übungstherapie im Trockenen und im Bewegungsbad stand zunächst die Stabilisierung der HWS und LWS. Im Bereich der HWS erfolgte eine Kräftigung der Hals- und Schultermuskulatur, im Bereich der LWS der Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur. Hierbei kamen verschiedene Techniken der Krankengymnastik zur Anwendung. Der Schwerpunkt der weiterführenden Behandlung lag in der Schulung physiologischer Bewegungsmuster mit Mobilisierung fixierter WS-Abschnitte. Rückenschonende Verhaltensweisen und Haltungskorrekturen wurden mit dem Patienten besprochen und eingeübt. Zur Detonisierung und Hyperämisierung verspannter Muskelabschnitte erfolgten Massagen und Stromanwendungen sowie Stangerbäder. Aufenthaltsbegleitend nahm der Patient auch an der progressiven Muskelrelaxation teil. Ausgehend von der Natur der durchgeführten Maßnahmen hat der gerichtlich bestellte Sachverständige die Auffassung der beklagten Krankenkasse bestätigt, dass nicht eine Krankenhausbehandlung, sondern eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt worden ist.

Ergebnis des Verfahrens: Nachdem das Sozialgericht Augsburg den hier für Rehabilitationsmaßnahmen zuständigen Rentenversicherungsträger BfA Berlin (nunmehr: Deutsche Rentenversicherung Bund) zum Verfahren beigeladen hat, ist dieser (und nicht die gesetzliche Krankenkasse) verpflichtet worden, die Kosten in Höhe der wesentlich niedrigeren Reha-Sätze zu erstatten.

Zur Abgrenzung von stationärer Krankenhausbehandlung und medizinischer Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen, die bereits über einen längeren Zeitraum bestehen
Zu dieser besonders schwierigen Problematik hat das Bundessozialgericht im Jahr 2005 (8) Stellung genommen. Anlass ist folgender Fall gewesen: Von April bis Juni 1992 hat sich der Patient bereits in stationärer psychotherapeutischer Behandlung befunden. Im Dezember 1992 hat er einen PKW-Unfall mit Schädelverletzungen erlitten. Im März 1993 hat der behandelnde Arzt für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie erneut eine stationäre Krankenhausbehandlung bei folgenden Diagnosen verordnet: Bulimie und ein depressives Syndrom bei depressiv-schizoider Struktur. Das aufnehmende Krankenhaus hat eine „depressive Verstimmung bei narzisstischer Störung, Suizidalität und Autoaggression“ festgestellt. Die Krankenkasse hat in Hinblick auf die stationären Krankenhausbehandlung im Jahr 1992 die Auffassung vertreten, die Akutbehandlung sei mit diesem Aufenthalt abgeschlossen gewesen. Die erneute Aufnahme in das Krankenhaus sei als Rehabilitationsmaßnahme anzusehen. Ein noch im Mai 1993 gestellter Antrag auf medizinische Rehabilitationsleistungen ist von dem zuständigen Rentenversicherungsträger abgelehnt worden. Insgesamt hat sich der betroffene Patient rund 4 ½ Monate in stationärer Krankenhaus- beziehungsweise fraglicher Reha-Behandlung befunden.

Das Bundessozialgericht hat vorab ausgeführt, dass die Abgrenzung zwischen vollstationärer Krankenhausbehandlung und stationärer medizinischer Rehabilitation vor allem im Bereich der psychotherapeutischen Medizin/Psychosomatik bisweilen schwierig ist, weil Rehabilitationseinrichtung und Krankenhaus sich darin decken, dass beide auf die Behandlung von Krankheiten und die Beseitigung ihrer Folgen bei dem Betroffenen gerichtet sind. Deshalb kann eine Unterscheidung im Wesentlichen nur nach Art der Einrichtung, den Behandlungsmethoden und dem Hauptziel der Behandlung getroffen werden, die sich auch in der Organisation der Einrichtung widerspiegeln:

Anhaltspunkte zur Differenzierung bietet § 107 SGB V. Danach dienen Rehabilitationseinrichtungen der stationären Behandlung der Patienten, „um eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern oder im Anschluss an Krankenhausbehandlung den dabei erzielten Erfolg zu sichern oder zu festigen, auch mit dem Ziel, eine drohende Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, auszugleichen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern“. Es ist zudem erforderlich, dass diese Einrichtungen „fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Verantwortung und unter Mitwirkung von besonders geschultem Personal darauf eingerichtet sind, den Gesundheitszustand der Patienten nach einem ärztlichen Behandlungsplan vorwiegend durch Anwendung von Heilmitteln einschließlich Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Sprachtherapie oder Arbeits- und Beschäftigungstherapie, ferner durch andere geeignete Hilfen, auch durch geistige und seelische Einwirkungen, zu verbessern und den Patienten bei der Entwicklung eigener Abwehr- und Heilungskräfte zu helfen“.

Krankenhäuser sind demgegenüber „Einrichtungen, die der Krankenhausbehandlung oder Geburtshilfe dienen, fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Leitung stehen, über ausreichende ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeiten sowie mit Hilfe von jederzeit verfügbarem ärztlichem, Pflege-, Funktions- und medizinisch-technischem Personal darauf eingerichtet sind, vorwiegend durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten der Patienten zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten, Krankheitsbeschwerden zu lindern oder Geburtshilfe zu leisten“.

Die Rechtsprechung hat unter anderem daraus als besondere Mittel des Krankenhauses auf eine apparative Mindestausstattung, ein geschultes Pflegepersonal und einen jederzeit präsenten beziehungsweise rufbereiten Arzt geschlossen, jedoch im Hinblick auf das Merkmal „Krankenhausbehandlung“ weder den Einsatz aller dieser Mittel gefordert noch stets als ausreichend angesehen. Regelmäßig ist jedoch eine Gesamtschau unter Berücksichtigung der Verhältnisse des einzelnen Falles erforderlich, die jedoch nur nach objektiven Merkmalen und Kriterien erfolgen kann. Bei einer psychiatrischen Erkrankung kann der Einsatz von krankenhausspezifischen Geräten in den Hintergrund treten und allein der notwendige Einsatz von Ärzten, therapeutischen Hilfskräften und Pflegepersonal sowie die Art der Medikation die Notwendigkeit einer stationären Behandlung begründen.

Psychoreaktive Störungen und seelische Fehlhaltungen stellen nach heutigem medizinischen Standard behandlungsfähige und auch behandlungsbedürftige Erkrankungen dar. Der Gesetzgeber hat diesen neuen Erkenntnissen mit dem Gesundheitsreformgesetz (GRG) Rechnung getragen und allgemein in § 27 SGB V die Verpflichtung hervorgehoben, bei der Krankenbehandlung den besonderen Bedürfnissen psychisch Kranker Rechnung zu tragen. Hiermit sollte der Gleichstellung körperlich und psychisch Kranker Ausdruck verliehen und so ein Beitrag zur Verbesserung der Situation psychisch Kranker geleistet werden. Diese Regelung verleiht dem Einzelnen zwar keinen unmittelbaren Anspruch auf bestimmte Leistungen; ihr kommt aber zumindest eine Verdeutlichungsfunktion und der Charakter einer Auslegungsregel zu. Sie bedingt, dass die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten auch bei psychischen Erkrankungen voll ausgeschöpft werden müssen und das für sie bestimmte Leistungsangebot nicht hinter demjenigen für somatisch Kranke zurückbleiben darf. Dies gilt auch bei chronischen Erkrankungen.

Bei Patienten mit schweren und zum Teil bereits chronisch verlaufenden psychischem oder psychiatrischem Erkrankungen (hierzu gehörte auch der Patient im konkret entschiedenen Fall) entspricht es inzwischen dem allgemein anerkannten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass ein komplexer Behandlungsansatz des Zusammenwirkens eines multiprofessionellen Teams von Ärzten, Diplom-Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Bewegungstherapeuten mit fachlich besonders geschultem und erfahrenen psychiatrischen Krankenpflegepersonal im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplanes in einem Krankenhaus gewählt wird.

Diese neueren Entwicklungen in der psychiatrischen Medizin zeigen auf, dass insbesondere bei schweren Krankheitsbildern eine stationäre Behandlung auch dann stattfinden kann, möglicherweise stattfinden muss, wenn bereits ein längerer Krankheitsverlauf besteht und die Behandlung ein multiprofessionelles Team erfordert. Die Art und Weise der ärztlichen Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung und der jeweiligen Symptomatik ab; sie kann ambulant und stationär erfolgen. Insbesondere bei der hier zusätzlich diagnostizierten Suizidgefahr ist in aller Regel eine stationäre Unterbringung und fachärztliche Beobachtung angezeigt, um den Patienten zu entlasten und zu versorgen.

Eine lückenhafte Leistungsdokumentation ändert nichts an der Qualifizierung der durchgeführten Maßnahme als Krankenhausbehandlung. Eine sachgemäße Dokumentation der Behandlung gewinnt jedoch Bedeutung bei der Frage der Erforderlichkeit der Krankenhausbehandlung und ihrer Qualität.


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Die vielgenutzte Magnesium-Therapie wirkt bei nächtlichen Beinkrämpfen nicht besser als ein in der Kontrollgruppe zur Schmerzbekämpfung verordnetes Scheinmedikament (Plazebo).

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Quelle: JAMA, Februar 2017

Bluthochdruck im fortgeschrittenen Lebensalter:  Ärzte wollen Zielwert auf 150/90 mm HG erhöhen.

Eine zu starke Senkung der erhöhten Blutdruckwerte beeinträchtigt  aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen bei alten Menschen die Lebensqualität. Daher diskutieren nun unterschiedliche Fach-Gremien die Erhöhung der empfohlenen Ziel-Blutdruckwerte - auf 150/90 mm HG.

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Quelle: JAMA, Februar 2017

Allergie

Insektengiftallergie - aktualisierte US- Management-Empfehlungen

Jahr für Jahr kommt es sowohl in Deutschland, als auch in anderen Industrieländern im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen nach Insektenstichen zu einigen Todesfällen.  Besonders häufig werden Bienengiftallergien und Wespengiftallergien beobachtet. Aus diesem Grund geben die sachkundigen ärztlichen Fachgesellschaften regelmäßig aktualisierte  Empfehlungen heraus, wie  im Fall von vermuteten oder bestätigten Insektengiftallergien die Diagnostik und die Therapie medizinisch sinnvoll gehandhabt werden sollte.

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Quelle: http://www.jwatch.org/na43357/2017/02/02/recommendations-managing-stinging-insect-reactions?query=etoc_jwgenmed&jwd=000011130977&jspc=GP Ann Allergy Asthma Immunol 2017 Jan.

Heuschnupfen-Therapie sollte nicht abgekürzt werden

Die über die Mundschleimhaut anzuwendende sublinguale spezifische Immuntherapie  (SLIT) dauert mit rund fünf Jahren vielen Pollenallergikern zu lange.  Daher brechen sie die zu Hause durchzuführende Variante der Allergietherapie zu früh ab - oft ohne mit dem Arzt darüber zu sprechen. Doch dies erwies sich nun als keine gute Idee. Jetzt zeigte eine wissenschafttliche Studie, dass eine nur zweijährige sublinguale Immun-Therapie nicht wirkt. Den Therapieabbrechern droht die Entwicklung einer Asthma-Erkrankung.

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Quelle: JAMA, 2017

Impfen gegen Infektionskrankheiten beibt wichtig

Malaria-Impfstoff besteht erste Tests mit Patienten

Ein internationales Forscherteam hat einen Impfstoff entwickelt, der in einer Studie Patienten vollständig vor der Infektionskrankheit Malaria geschützt hat.

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Quelle: Spiegel online Februar 2017

Lungenkrebs-Screening

Die Krebs-Früherkennungs-Diagnostik ist derzeit bei Experten sehr umstritten. Überwiegen die Nachteile die erreichbaren Vorteile?

VieleÄrzte und auch Patienten meinen, dass Fortschritte bei der Bekämpfung der Krebserkrankungen nur durch eine deutliche Ausweitung der Früherkennnungs-Maßnahmen möglich ist. Doch ist das wirklich so?

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Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Sportmedizin
Körperliche Aktivität  und Senkung des allgemeinen Sterbe- und Herz-Kreislauf-Risikos

Eine im Fachblatt JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie zeigte, dass es für die Gesunderhaltung offenbar bereits ausreicht, wenn man sich nur am Wochenende an zwei Tagen ein wenig (150 Minuten)sportlich betätigt.

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Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Integrative Medizin

Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose)

Die bei Alternativ-Medizinern beliebte und weit verbreitete Therapie der Arthrose der Kniegelenke mit Glukosamin und Chondoitin erwies sich in einer wissenschaftlichen Studie als nicht geeignet, um den Gelenkschmerz effektiv - also besser - zu bekämpfen, als ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Plazebo). 

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Quelle: Arthritis and Rheumatology

Kinderheilkunde, Psychiatrie und Geburtshilfe:

Wenn Mutti Depressionen hat

Wenn eine werdenden Mutter während der Schwangerschaft
Anti-Depressiva einnimmt, dann erhöhte sich bei den Neugeborenen laut einer in Schweden durchgeführten Studie das allgemeine Sterberisiko, bzw. die Zahl der erforderlichen Krankenhausaufnahmen. Die Autoren der Studie wiesen aber auch darauf hin, dass  in der Gruppe der Kinder  der Studienteilnehmerinnen die Zahl schwerer Krankheiten insgesamt sehr niedrig war.

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Quelle. Pediatrics, American Academy of Pediatrics.

Gesunde Ernährung

Tee erweist sich auch in neuer Studie wieder als ein gesundes Lebensmittel 

 

Weit verbreitete Genußmittel wie Tee, Kaffee und Zigaretten waren und sind in ihrem Einfluß auf die Gesundheit des Menschen noch immer umstritten. Im renommierten Fachblatt Heart wurde nun eine große Beobachtungstudie veröffentlicht, in deren Verlauf sich zeigte, dass jene Menschen seltener einen Herzinfarkt erlitten, die täglich Tee trinken.

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Quelle: JAMA 2017

Asthma bronchiale:   bei Erwachsenen ist jede dritte Diagnose
falsch 

Sehr häufig wird die Diagnose Asthma ohne die eigentlich unerläßliche Anwendung der objektive Ergebnisse liefernden Testverfahren Spirometrie und FeNOAtemtest gestellt. Es verwundert daher nicht, dass etwa jede dritte Diagnose falsch ist. 

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Quelle: JAMA 2017

Schweiz: Hyperthermie-Krebstherapie Ab 2017 bezahlen Schweizer Kassen Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 hat das Bundesamt für Gesundheit Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Bestrahlung in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen. Damit können Patienten nun die Kosten für diese komplementärmedizinische Form der Krebstherapie über die Krankenkassen abrechnen. Hyperthermie erhöht Heilungschancen bei Krebs

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Quelle:  www.heilpraxisnet.de

Fischöl-Therapie: Vorbeugung von Asthma bei kleinen Kindern

Wenn Schwangere im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft pro Tag 2,4 Gramm Fischöl (in Form von Fischöl-Kapseln) einnehmen, dann haben ihre Kinder in den ersten fünf Lebensjahren ein um ein Drittel niedrigeres Risiko an Asthma und anderen entzündliche Atemwegsleiden zu erkranken. Im Rahmen dieser im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie, konnten keine unerwünschten Nebenwirkungen dieser vorbeugenden Therapie festgestellt werden - weder bei den Müttern, noch später bei deren Kindern.

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Volltext kostenlos
Quelle:Bisgaard H, Stokholm J, Chawes BL, et al. Fish Oil-Derived Fatty Acids in Pregnancy and Wheeze and Asthma in Offspring. N Engl J Med. 2016 Dec 29;375(26):2530-9. doi: 10.1056/NEJMoa1503734. (Original)

USA:  Warnhinweis für Homöopathie 02.01.2017 

Die Debatte um die Wirksamkeit von Homöopathika tobt seit Jahren. Dabei ist die Studienlage eindeutig. Jetzt legt die US-amerikanische Handelsbehörde FTC  daher fest: Homöopathische Medikamente müssen klar als wirkungslos gekennzeichnet sein.  In Zukunft muss auf den frei verkäuflichen homöopathischen Medikamenten vermerkt sein, dass sie nicht wirken. Das hat in den USA die Federal Trade Commission festgelegt. Sollte es auch in Zukunft keine wissenschaftlich aussagekräftigen Studien zur Wirksamkeit der Mittel geben, so müsse auf die Verkaufspackungen  ein Warnhinweis aufgedruckt sein, dass das Produkt nicht wie angekündigt funktioniert“, so die FTC.  Naturgemäß sind die Homöopathen ganz anderer Meinung. Sie verweisen auf zahlreiche Studien, die ihrer Meinung nach die Wirksamkeit der Homöopathie eindeutig beweisen.

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Quelle: Laborwelt

D-Mannose: hilft bei manchen antibiotika-resistenten Harnwegsinfektionen.

Doch die Hauptanwendung ist die Vorbeugung von immer wieder aufflackernden  Harnwegsinfektionen.

Der Zucker D-Mannose wird rezeptfrei in der Apotheke als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und soll Harnwegsinfekten vorbeugen, indem es bestimmte Bakterien daran hindert ( dies weurde in Tierversuchen herausgefunden) sich an der Wand der Harnblase festzusetzen. Andere Untersuchungen lieferten Hinweise darauf, dass D-Mannose schädliche Bakterien an der Vermehrung hindert und dafür  für die Darmflora wichtige "gute" Bakterien  bei ihrer Ausbreitung im Darm unterstützt. Die zusammen getragenen  Informationen sind bisher aber widersprüchlich und sollten nach Meinung der Forscher im Zuge weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen abgeklärt werden.

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und auch hier
Quelle: WIKIPEDIA und WebMD

"Volksnahrungsmittel" Magensäureblocker?

Wie in Spiegel online zu lesen war, verordnen deutsche Ärzte angeblich viel zu häufig sog. Protonenpumpenhemmer, die im Volksmund auch "Magensäureblocker" genannt werden.  Dies ergab eine Analyse der Barmer Krankenkasse , die das Unternehmen für das Magazin SPIEGEL durchgeführt hatte. 

Die Protonenpumpenhemmer unterdrücken im Verdauungstrackt die Freisetzung von Magensäure (Salzsäure) nahezu total und bekämpfen so Magengeschwüre und Sodbrennen.   Doch bei der üblichen Langzeit-Einnahme kommt es oft zu gefährlichen Nebenwirkungen durch Knochenschwund bedingter Knochenbrüche und zu einem Magnesiummangel, der Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle begünstigt. 

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Quelle: Spiegel online

Holzkirchen - Lieferung mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® weiterhin umfangreich gewährleistet ...

Diese Nachricht enthält Informationen für medizinische und pharmazeutische Fachkreise und kann mit DocCheck-Passwort gelesen werden.

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Quelle. werbende Presseerklärung Fa. Hexal

Sind viele Arztbesuche tatsächlich überflüssig?

Spiegel online beleuchtet diese Frage ausführlich und stützt sich dabei auf Daten, die von deutschen Krankenkassen zusammengetragen wurden.

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Quelle Spiegel online

Prost Neujahr!
Ist Alkohol weniger schädlich für die Gesundheit als bisher angenommen?

Die vom Alkohol ausgehenden Gesundheitsgefahren wurden bisher überschätzt. Ein mäßiger Alkoholkonsum tötet offenbar keine Hirnzellen ab, sondern beeinflusst die Hirnleistung nur kurzfristig. Sobald der Alkohol abgebaut ist, funktioniert das Gehirn wieder normal. Mittel- und langfristig gesehen erhöht ein mäßiger Alkoholkonsum offenbar sogar die Leistungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns.

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Quelle: Spiegel online , AAAC Science Net, American Journal of Epidemiology

Innere Medizin: Dauer der Antibiotika-Therapie ist umstritten

Die Ärzte sind sich uneins: darf man bakterielle Infektionen wie beispielsweise Lungen- oder Mittelohrentzündungen mit einer von 10 auf 5 Tage verkürzten Antibiotika-Therapie behandeln, ohne die Patienten zu gefährden ?

mehr lesen (Lungenentzündungen)
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(Mittelohrentzündungen)

Kinderheilkunde und Neurologie: Die bisher übliche Therapie einer akuten Gehirnerschütterung wird derzeit grundsätzlich überdacht.

Bisher wurde den Patienten unmittelbar nach dem Unfall als Vorsichtsmaßnahme strenge Bettruhe verordnet.  Nun zeigt eine im  US-Fach-Journal JAMA veröffentlichte Studie zur Überraschung der Forscher, dass ein sehr früher Beginn derkörperlichen Aktivitäten  den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst hatte.

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Quelle: JAMA

Feminismus:  Sind Frauen generell die besseren Ärzte?

Bisher gingen in den USA die meisten Medizin-Profis davon aus, dass das deutlich geringere Einkommen von Ärztinnen darauf zurück zu führen sei, dass auch die Qualität ihrer beruflichen Leistungen entsprechend geringer ausfällt.  Diese Erklärung wurde hinter vorgehaltener Hand unter anderem auf die auch in den USA übliche Doppelbelastung vieler Frauen zurück geführt.  Doch nun hat eine im Fachblatt JAMA veröffentlichte Studie gezeigt, dass diese weit verbreiteten Vorurteile nicht berechtigt sind. Sobald Patienten nämlich von weiblichen Internisten behandelt worden waren, fiel sowohl ihre 30-Tage-Sterblichkeit geringer aus, als auch die Wahrscheinlichkeit der schnellen Wiederaufnahme in stationäre Behandlung.  Obgleich die Unterschiede nicht groß waren, zeigen die erhobenen Daten, dass das niedrigere Einkommen der Ärztinnen nicht mit schwächeren fachlichen Leistungen begründen läßt.

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Quelle: JAMA 2016

Chirurgie: Geplante Routine-Operationen,  oder überraschend notwendiger Notfall-Eingriff? 

Die Gabe weit verbreiteter sog. "Blutfettsenker" aus der Wirkstofffamilie der Statine vermindern offenbar das Risiko von OP-Komplikationen - und erwies sich daher in vielen Fällen als Lebensretter.

In den USA wurden die Daten von 180.478 Patienten analysiert, die sich einer OP unterzogen hatten, die nicht das Herz betraf.  Es zeigte sich, dass Patienten, die am Tag der Operation, oder in den 24 Stunden danach einen Blutfetttsenker aus der Familie der Statine eingenommen hatten,  im ersten Monat nach dem Eingriff ein deutlich niedrigeres Sterberisiko aufwiesen - verglichen mit den Patienten der Vergleichsgruppe, die keine Statine erhalten hatten.  Weitere Untersuchungen werden in Zukunft zeigen müssen, ob im Zusammenhang mit Operationen aus wissenschaftlicher Sicht eine allgemeine Empfehlung der Statin-Begleittherapie   gerechtfertigt ist.

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Quelle:JAMA 2016

Chirurgie

Häufige Diagnose Karpal-Tunnel-Syndrom  - Unklarheiten bei der Diagnose und der nachfolgenden Therapie

Das sogenannte Karpal-Tunnel-Syndrom kommt nahezu gleich häufig vor wie die weit verbreitete Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose).  Doch trotz der Häufigkeit dieser Leiden werden sehr häufig Fehldiagnosen gestellt und die Auswahl der ärztlich empfohlenen Therapien erweist sich oft auch als kontrovers und unter Chirurgen als heftig umstritten. Bei beiden Leiden wird nach Meinung vieler Ärzte auch in Deutschland zu häufig operiert - gelegentlich mit  zweifelhaftem Erfolg.  
Jetzt haben sich international bekannte Orthopädie-Experten im renommierten Fachblatt New England Journal of Medicine ausführlich zu diesen beiden Krankheiten geäußerte und haben mit ihren detaillierten Ratschlägen zahlreiche Krankheits-Varianten abgehandelt,  die ganz unterschiedliche Therapien erfordern.

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Quelle: NEJM 2016

Vitamin-D-Prophylaxe im Zwielicht:  Was nun?

In einem See von Unsicherheiten galt bisher die vorbeugende Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel als eine gute, der Gesundheit dienliche  Idee - und wurde auch von vielen Ärzten wohlwollend unterstützt.  Dies insbesondere dann, wenn sich die Individuen wenig im Sonnenlicht aufhalten, was die natürlich Synthese von Vitamin D behindern kann. Doch nun kommen Zweifel an der Wirkung auf, die Patienten und Ärzte verunsichern werden.

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Quelle: British Medical Journal 2016

Alkohol als wenig beachteter Risikofaktor für Krebs?

Schon relativ kleine Mengen an Alkohol erhöhen das statistische Risiko für bestimmte Arten von Krebs  - insbesondere Darm-, Leber- und Speiseröhrenkrebs sind gefürchtete Folgen des regelmäßigen und/oder übermäßigen Alkohol-Konsums. Forscher fanden bei der Auswertung von Statistiken heraus, dass nur wenige Menschen den ärztlichen Rat befolgen,  an zwei Tagen der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.
Besonders hoch ist das individuelle Krebsrisiko immer dann, wenn Menschen rauchen und zusätzlich  auch regelmäßig Alkohol trinken - was oft der Fall ist.  Diese Tatsachen ändern aber nichts an der die Lage komplizierenden  Erkenntnis, dass ein mäßiger Alkoholgenuß (als grobe Orientierung: 1-2 Gläser Rotwein am Tag)  offenbar das Risiko tödlicher Herzinfarkte senkt.

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Quelle: online Focus, Navigator  Medizin

Ist die Asthma-Diagnose  schon bald mit Hilfe eines einfach durchzuführenden Speicheltests möglich?

An der Universität Loughborough entwickelte ein Forscherteam einen einfach durchzuführenden Speicheltest, der es möglich macht, mit Hilfe der Analyse "metabolischer Biomarker" - das sind körpereigene Substanzen, die bei  Stoffwechsel entstehen- Allergien und Asthma nachzuweisen.
Der Test kann in jeder Altersgruppe zum Einsatz kommen. Bevor der Speichel-Test allerdings in der ärztlichen Alltagspraxis verfügbar ist, sind erst noch die üblichen, breit angelegten wissenschaftliche Zulassungs-Studien erforderlich. Doch dass die innovative Methode grundsätzlich für die Diagnose von Asthma  geeignet ist, konnte nun bereits nachgewiesen werden.

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Quelle: Dr. tipster

Krebs: die Immuntherapie ist bei bösartigen Tumorleiden umstritten

Die Immuntherapie wird seit einiger Zeit in zahlreichen Varianten als der große Durchbruch bei der Krebstherapie gefeiert.  Damit erhalten Patienten eine Chance, die bis vor kurzem als unheilbar und dem Topd geweiht galten. Weltweit machte sich daher unter Onkologen Euphorie breit.  Doch nun hat diese Hoffnung einen Dämpfer erhalten.

Die angesehene New York Times berichtete ausführlich über den um sich greifenden Verdacht, dass die teuren Immun-Therapeutika auch die noch gesunden inneren Organe der Patienten angreifen und innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen.

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Quelle: NYT

Homöopathie: Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie

Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy

• Versorgungsforschung
• Randomisierte kontrollierte klinische Studien
• Meta-Analysen
• Grundlagenforschung

 

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Quelle: Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy




 

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