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Verwahrpsychiatrie

 

Unterbringung psychisch Kranker in psychiatrischen Landeskrankenhäusern


Das Bundesverfassungsgericht hat bereits mit seinem Beschluss vom 14. März 1972 (1*) der Lehre von dem „besonderen Gewaltverhältnis“ eine deutliche Absage erteilt. Danach dürfen auch die Grundrechte von Strafgefangenen nur durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes eingeschränkt werden. Nach herrschender juristischer Meinung gilt diese richtungweisende Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts entsprechend für den Bereich der psychiatrischen Landeskrankenhäuser (2*). Gleichsam als Spiegel im medizinischen Bereich hat sich zwischenzeitlich die „Verwahrpsychiatrie“ zur „Behandlungspsychiatrie“ gewandelt.

Psychiatrische Landeskrankenhäuser (auch Psychiatrische Krankenhäuser oder Psychiatrische Fachkrankenhäuser beziehungsweise im Freistaat Bayern Bezirks-Nervenkrankenhäuser genannt) unterscheiden sich von den psychiatrischen Fachabteilungen in Allgemeinkrankenhäusern und den Universitätsnervenkliniken vor allem darin, dass den erstgenannten eine Versorgungsverpflichtung auferlegt worden ist. Diese Versorgungsverpflichtung beinhaltet eine Aufnahmepflicht für alle Patienten aus dem zugewiesenen Einzugsbereich unabhängig davon, ob es sich um eine freiwillige Aufnahme handelt oder um eine zwangsweise Unterbringung.

Freiwillige Aufnahme


Bei Patienten, die sich freiwillig zu einer stationären Behandlung in ein psychiatrisches Landeskrankenhaus begeben, zum Beispiel bei bestehender gravierender Angstsymptomatik wie Agoraphobie, sind die Rechtsbeziehungen zivilrechtlicher Natur. Öffentlich-rechtliche Vorschriften, vor allem die jeweiligen Landesunterbringungsgesetze, finden keine Anwendung. Diese Patienten haben wie alle Patienten eines Allgemeinkrankenhauses oder sonstigen Fachkliniken Anspruch auf ärztliche Behandlung und Betreuung. Einschränkungen in die persönliche Freiheit (zum Beispiel Vorenthalten von Briefen bestimmter Absender aus therapeutischen Zwecken) sind jedoch dann zulässig, wenn entweder der Patient selbst oder vor allem bei Minderjährigen dessen Personensorgeberechtigten einwilligen. Beispiel: die heranwachsende sexuell traumatisierte Tochter soll auch vor brieflichen Einschüchterungsversuchen des Täters („Wenn ich wegen deiner Aussage verurteilt werde, dann ...“) geschützt werden.
Auch wenn in Abrechnungsstreitigkeiten zwischen dem Krankenhausträger und der gesetzlichen Krankenkasse der Rechtsweg zu den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit gegeben ist, sind die Behandlungsbeziehungen des Kassenpatienten zum Krankenhaus stets zivilrechtlicher Natur, so der Bundesgerichtshof im Fall eines Kindes mit einem schweren Hirnschaden (3*).

Dies hat letztendlich auch Konsequenzen für das nur eingeschränkt gegebene Einsichtsrecht der Patienten in ihre psychiatrischen Krankenunterlagen. Im Falle einer freiwilligen Behandlung gilt nach privatrechtlichen Grundsätzen Folgendes:

Der Patient hat gegenüber Arzt und Krankenhaus grundsätzlich auch außerhalb eines Rechtsstreits Anspruch auf Einsicht in die ihn betreffenden Krankenunterlagen, soweit sie Aufzeichnungen über objektive physische Befunde und Berichte über Behandlungsmaßnahmen betreffen (4*).

Dagegen besteht auch nach Abschluss einer psychiatrischen Behandlung selbst gegenüber dem inzwischen beschwerdefreien Patienten in der Regel keine grundsätzliche Verpflichtung zur Gewährung von Einsicht in die Krankenunterlagen (5*).

Dem Patienten, der psychiatrisch behandelt worden ist, kann die Einsicht in die vollständigen Krankenunterlagen jedoch dann nicht verweigert werden, wenn dem keine schützenswerten Interessen des Patienten selbst, des Arztes oder Dritter entgegenstehen (6*).

Erstrebt der Patient über die Kenntnis objektiver Befunde hinaus Einsicht in die Krankenunterlagen über seine psychiatrische Behandlung, so sind entgegenstehende therapeutische Gründe vom Arzt nach Art und Richtung näher zu kennzeichnen, allerdings ohne Verpflichtung, dabei ins Detail zu gehen (7*).

Unterbringung in einem psychiatrischen Landeskrankenhaus durch einen Betreuer


Zum 1. Januar 1992 hat der Gesetzgeber mit dem Betreuungsgesetz die Vormundschaft über Volljährige sowie die Gebrechlichkeitspflegschaft beseitigt und durch das Rechtsinstitut der Betreuung ersetzt (8*): Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Vormundschaftsgericht auf seinen Antrag (oder von Amts wegen) für ihn einen Betreuer. Der Betreuer hat die Angelegenheiten des Betreuten so zu besorgen, wie es dessen Wohl entspricht. Zum Wohl des Betreuten gehört auch die Möglichkeit, im Rahmen seiner Fähigkeiten sein Leben nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.
Eine Unterbringung des Betreuten durch den Betreuer, die wie im Falle einer stationären Behandlung in einem psychiatrischen Landeskrankenhaus mit einer Freiheitsentziehung verbunden ist, ist nur zulässig, wenn

auf Grund einer psychischen Krankheit oder geistigen oder seelischen Behinderung des Betreuten die Gefahr besteht, dass er sich selbst tötet oder erheblichen gesundheitlichen Schaden zufügt, oder

eine Untersuchung des Gesundheitszustandes, eine Heilbehandlung oder ein ärztlicher Eingriff notwendig ist, der ohne die Unterbringung des Betreuten nicht durchgeführt werden kann und der Betreute auf Grund einer psychischen Krankheit oder geistigen oder seelischen Behinderung die Notwendigkeit der Unterbringung nicht erkennen oder nicht nach dieser Einsicht handeln kann.

Die Unterbringung ist nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts zulässig. Ohne die Genehmigung kann die Unterbringung ausnahmsweise dann erfolgen, wenn mit dem Aufschub eine Gefahr für den Betreuten verbunden ist. Dann ist die Genehmigung jedoch unverzüglich nachzuholen.

Der Betreuer hat die Unterbringung zu beenden, wenn ihre Voraussetzungen wegfallen (Beispiel: Ein Alkoholkranker erscheint wieder ausreichend stabil). Bei Beendigung der Unterbringung ist das Vormundschaftsgericht zu informieren.

Keine Regelung enthält das Betreuungsgesetz für den Vollzug der zivilrechtlichen Unterbringung. Im Gesetzesentwurf der Bundesregierung wird dies folgendermaßen begründet (09*):

Seit langem ist anerkannt, dass ein „besonderes Gewaltverhältnis“ noch keine hinreichende Rechtsgrundlage für Eingriffe darstellt, wie sie etwa mit einer Zwangsbehandlung oder Postkontrolle verbunden sind. Vollzugsregelungen für die öffentlich-rechtliche Unterbringung, die gegenwärtig in den Landesgesetzen enthalten sind und durch die Vorschriften dieses Entwurfs unberührt bleiben, sind daher sinnvoll. Bei der zivilrechtlichen Unterbringung ist es aber der gesetzliche Vertreter, der in Ausübung seines Aufenthaltsbestimmungsrechts selbst unterbringt; dem Gericht kommt hier keine anordnende, sondern im Rahmen des Genehmigungsverfahrens lediglich eine überprüfende Funktion zu. Die Einrichtung, in welcher der Betroffene untergebracht ist, ist nicht aus der Tatsache der Unterbringung zu Rechtseingriffen wie Zwangsbehandlung oder Postkontrolle befugt. Solche Eingriffe kann nur der gesetzliche Vertreter vornehmen; er kann sich hierbei allerdings des Anstaltspersonals oder anderer Personen als Helfer bedienen. Rechtsgrundlagen für solche Maßnahmen sind die gesetzlichen Regelungen, auf denen die Rechtsmacht des Vertreters beruht, im künftigen Betreuungsrecht also die §§ 1896 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Landesgesetze über die Unterbringung psychisch Kranker
Die zwangsweise Unterbringung psychisch Kranker ist in den jeweiligen Gesetzen der einzelnen Bundesländer weitgehend inhaltsgleich geregelt, auch wenn die entsprechenden Regelwerke einen unterschiedlichen Aufbau besitzen.
Gemeinsam ist allen Unterbringungsgesetzen, dass sie eine öffentlich-rechtliche Beziehung zwischen dem Patienten und dem psychiatrischen Landeskrankenhaus schaffen. Denn bei der Behandlung, Pflege und gegebenenfalls erforderlichen Verwahrung zwangsweise eingewiesener psychisch Kranker handelt es sich um eine öffentliche Aufgabe. Bei den mit einer unfreiwilligen Behandlung verbundenen Eingriffen tritt der Krankenhausträger dem Patienten somit im Rahmen eines „Über- und Unterordnungsverhältnisses“ gegenüber.

Das Krankenhaus nimmt gegenüber dem Untergebrachten ihm durch Landesgesetz eingeräumte Zwangsrechte wahr (2*) ). So enthalten die Unterbringungsgesetze der Länder zum Beispiel mehr oder weniger ausführliche Vorschriften über die Zulässigkeit einer ärztlichen Zwangsbehandlung. Soweit jedoch ausdrückliche Regelungen fehlen, ist die zwangsweise Vornahme von ärztlichen Untersuchungs- und Behandlungsmaßnahmen nicht zulässig.

Am Beispiel des Unterbringungsgesetzes des Freistaates Bayern (10*) sollen im Folgenden die wesentlichen Grundzüge einer zwangsweisen Unterbringung dargestellt werden:

Wer psychisch krank oder infolge einer Geistesschwäche oder Sucht psychisch gestört ist und dadurch in erheblichem Maße die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährdet, kann gegen oder ohne seinen Willen in einem psychiatrischen Krankenhaus (oder in sonst geeigneter Weise) untergebracht werden. Dies vor allem auch dann, wenn der Betroffene sein eigenes Leben oder seine Gesundheit in erheblichem Maße gefährdet. Strafrechtliche Maßnahmen gehen jedoch vor. Zweck der Unterbringung ist, die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu beseitigen; zugleich ist der Untergebrachte nach Maßgabe des Gesetzes zu behandeln, um ihm ein eigenverantwortliches Leben in der Gemeinschaft (wieder) zu ermöglichen.

Die Unterbringung darf jedoch nur angeordnet werden, wenn Hilfen besonders nach den Bestimmungen der jeweiligen Sozialgesetzbücher nicht ausreichend sind. Um eine Unterbringung zu vermeiden oder so weit wie möglich zu verkürzen oder dem Betroffenen nach Beendigung der Unterbringung eine erforderliche Hilfestellung mit dem Ziel seiner gesundheitlichen Wiederherstellung und sozialer Eingliederung zu gewähren, sind die vorhandenen vorsorgenden, begleitenden und nachsorgenden Hilfen auszuschöpfen.

Zur Erreichung dieses Zwecks haben die Gesundheitsämter mit den Ärzten, den psychiatrischen Krankenhäusern, den Trägern der Sozial- und Jugendhilfe, den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege und allen anderen öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Organisationen, Einrichtungen und Stellen, die vorsorgende, begleitende und nachsorgende Hilfen gewähren, eng zusammenzuarbeiten.

Beispiel: Die vorläufige Unterbringung nach dem Unterbringungsgesetz ist als gerechtfertigt angesehen worden, wenn die an Schizophrenie leidende Betroffene durch das Ansammeln von Abfall eine Vermüllung des von ihr bewohnten Grundstücks herbeiführt, daraus erhebliche Gefahren für Bewohner und Nachbarn drohen und eine Sanierung des Grundstücks ohne die Unterbringung nicht erfolgen kann (11*).

Verfahren


Trotz des bestehenden Dualismus zivilrechtliche Unterbringung durch einen Betreuer und öffentlich-rechtliche Unterbringung nach den Unterbringungsgesetzen der Länder hat der Gesetzgeber beide Bereiche den Regeln des Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (12*) unterstellt.
Die Unterbringung wird auf Antrag des Betreuers beziehungsweise der Kreisverwaltungsbehörde (Landratsamt, kreisfreie Städte) angeordnet. Das Gericht kann erforderlichenfalls einen Verfahrenspfleger bestellen. Der Betroffene ist auf jeden Fall anzuhören. Weiterhin erhalten Gelegenheit zur Äußerung: Der Ehegatte beziehungsweise Lebenspartner des Betroffenen (außer im Fall des dauernden Getrenntlebens); jeder Elternteil und jedes Kind, bei dem der Betroffene lebt oder bei Einleitung des Verfahrens gelebt hat; eine von dem Betroffenen benannte Person seines Vertrauens; der Leiter der Einrichtung, in der der Betroffene lebt sowie die zuständige Behörde.

Vor einer Unterbringungsmaßnahme ist das Gutachten eines Sachverständigen einzuholen, im Regelfall ein Arzt für Psychiatrie. Die Entscheidung des Gerichts ist dem Betroffenen bekannt zu geben. Sie ist beschwerdefähig.

Bei Gefahr im Verzug kann die Kreisverwaltungsbehörde die sofortige vorläufige Unterbringung anordnen und das zuständige Gericht unverzüglich nachträglich informieren. In unaufschiebbaren Fällen ist auch die Polizei zu einer unmittelbaren Einlieferung berechtigt.

Aufnahme und Betreuung während der Unterbringung
Wie bereits eingangs dargelegt, besteht für psychiatrische Landeskrankenhäuser eine Aufnahmepflicht. Die Unterbringung soll dabei so ausgestaltet werden, dass der Unterbringungszweck bei einem geringstem Eingriff in die persönliche Freiheit erreicht wird.
Nach bayerischem Landesrecht soll den Untergebrachten unter Beachtung medizinischer, sozialtherapeutischer und sicherheitsrechtlicher Erkenntnisse und Möglichkeiten Gelegenheit zu sinnvoller Beschäftigung und Arbeit (gegen angemessenes Entgelt) gegeben werden.

Der Anspruch auf Heilbehandlung umfasst auch Maßnahmen, die erforderlich sind, um den Kranken nach seiner Entlassung ein eigenverantwortliches Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Der in der Einrichtung Untergebrachte hat unaufschiebbare Behandlungsmaßnahmen, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst geboten sind, zu dulden, soweit sie sich auf die psychische Erkrankung oder Störung des Untergebrachten beziehen oder zur Aufrechterhaltung der Sicherheit oder Ordnung in der Einrichtung notwendig sind. In diesem Rahmen kann nach bayerischem Landesrecht auch unmittelbarer Zwang angewendet werden.

Mit teilweise erheblichen Einschränkungen hat der Untergebrachte ein Recht auf Besuch, ein Recht auf Schriftwechsel, Telefongespräche, Telegramme und andere Arten der Nachrichtenübermittlung. Die bestehende Hausordnung ist zu beachten. Eine Beurlaubung kann bis zu zwei Wochen bewilligt werden, wenn es für die Therapie oder Rehabilitation unbedenklich oder geboten ist und dadurch die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet wird (10*).

Freiheitsentziehende Maßregeln nach dem Strafgesetzbuch


Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ist unter folgenden Voraussetzungen möglich: Hat jemand eine rechtswidrige Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder der verminderten Schuldfähigkeit begangen, so ordnet das zuständige Strafgericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, wenn die Gesamtwürdigung des Täters und seiner Tat ergibt, dass von ihm infolge seines Zustandes erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist (13*).


Eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt ist für folgende Fälle vorgesehen: Hat jemand den Hang, alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel im Übermaß zu sich zu nehmen, und wird er wegen einer rechtswidrigen Tat, die er im Rausch begangen hat oder die auf seinen Hang zurückgeht, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so ordnet das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, wenn Gefahr besteht, dass er infolge seines Hanges erhebliche rechtswidrige Taten begehen wird. Die Anordnung unterbleibt jedoch, wenn eine Entziehungskur von vornherein aussichtslos erscheint.

Die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung dient dem Schutz der Allgemeinheit vor besonders gefährlichen Straftätern: Wird jemand wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer zeitigen Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren verurteilt, so ordnet das Gericht neben der Strafe die Sicherungsverwahrung an, wenn

der Täter wegen vorsätzlicher Straftaten, die er vor der neuen Tat begangen hat, schon zweimal jeweils zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden ist,
er wegen einer oder mehrer dieser Taten vor der neuen Tat für die Zeit von mindestens zwei Jahren Freiheitsstrafe verbüßt oder sich im Vollzug einer freiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung befunden hat und die Gesamtwürdigung des Täters und seiner Taten ergibt, dass er infolge eines Hanges zu erheblichen Straftaten, namentlich zu solchen, durch welche die Opfer seelisch oder körperlich schwer geschädigt werden oder schwerer wirtschaftlicher Schaden angerichtet wird, für die Allgemeinheit gefährlich ist.
Gleiches gilt sinngemäß für Wiederholungstäter (drei und mehr vergleichbar schwere Vorsatztaten) sowie bei folgenden Straftaten: Sexueller Missbrauch in all seinen Formen, Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger, gefährliche Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen, gegebenenfalls auch im Vollrausch begangen. Um in diesen letztgenannten Fällen die Allgemeinheit besser als bisher zu schützen, hat der Gesetzgeber am 21. August 2002 das Gesetz zur Einführung der „vorbehaltenen Sicherungsverwahrung“ erlassen (14*): Ist bei der Verurteilung wegen einer der in § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB genannten Straftaten nicht mit hinreichender Sicherheit feststellbar, ob der Täter im Sinne von § 66 Abs. 1 Nr. 3 StGB gefährlich ist, so kann das Gericht die Anordnung der Sicherungsverwahrung vorbehalten, wenn die übrigen Voraussetzungen des § 66 Abs. 3 StGB erfüllt sind. Über die Anordnung der Sicherungsverwahrung entscheidet das Gericht (dann) spätestens sechs Monate vor dem Zeitpunkt, ab dem eine Aussetzung der Vollstreckung des Strafrestes zur Bewährung möglich ist.

Unterbringung oder Sicherungsverwahrung


Hierzu hat das Bayerische Oberste Landesgericht, das in Fragen des bayerischen Landesrechts anstelle des Bundesgerichtshofes zu entscheiden hat, mit Beschluss vom 28. Juli1999 (15*) grundlegend ausgeführt: Für die Voraussetzung der öffentlich-rechtlichen Unterbringung ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zentrales Auslegungskriterium. Er setzt auch den Maßstab für die Aufklärung des Sachverhalts und verlangt eine Gesamtwürdigung des Einzelfalls. Der Begriff der psychischen Krankheit erfordert einen die Freiheitsentziehung rechtfertigenden Schweregrad der Persönlichkeitsstörung. Ebenso muss die vom psychisch Kranken ausgehende Gefährdung von Rechtsgütern der Schwere des Eingriffs in die persönliche Freiheit entsprechen.
Folge im konkreten Fall: Der Betroffene, der bereits eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten wegen sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung u.a. verbüßt hatte, durfte entgegen den Vorstellungen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde nicht zum Schutz der Bevölkerung in einer geschlossenen Einrichtung untergebracht werden. Denn die konkret noch bestehenden Persönlichkeitsstörungen (dissozialer Typus, Mangel an Empathie und Einfühlungsvermögen, Verantwortungslosigkeit, geringe Frustrationstoleranz, niedrige Schwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten, Störung des Schuldbewusstseins) stellten nach nervenärztlichem Votum keine psychische Krankheit dar, sondern waren als persönlichkeitsimmanente Charakterstruktur zu betrachten. Trotz hohem Gefährdungspotential bestanden keine konkreten Anhaltspunkte für eine erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

Unter anderem dies hat den bayerischen Landesgesetzgeber dazu veranlasst, mit Wirkung zum 01. Januar 2002 das Bayerische Gesetz zur Unterbringung von besonders rückfallgefährdeten hochgefährlichen Straftätern zu erlassen (16*). Danach kann gegen einen Strafgefangenen, der in einer Justizvollzugsanstalt des Freistaates Bayern unter den Voraussetzungen von § 66 Abs. 1 Nr. 1 und 2, Abs. 2 bis 4 StGB eine zeitige Freiheitsstrafe verbüßt, das Gericht die Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt anordnen, wenn auf Grund von Tatsachen, die nach der Verurteilung eingetreten sind, davon auszugehen ist, dass von dem Betroffenen eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die Freiheit der Person oder die sexuelle Selbstbestimmung anderer ausgeht, insbesondere weil er im Vollzug der Freiheitsstrafe beharrlich die Mitwirkung an der Erreichung des Vollzugsziels verweigert, namentlich eine rückfallvermeidende Psycho- oder Sozialtherapie ablehnt oder abbricht. Strafrechtliche Maßregeln der Besserung und Sicherung gehen jedoch vor, ebenso eine Unterbringung nach dem Gesetz über die Unterbringung psychisch Kranker und deren Betreuung.

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US-Arzneimittelbehörde FDA: Gen-Selbsttest zugelassen

Erstmalig wurde in den USA ein Gentest (23andMe)von der FDA zugelassen, mit dessen Hilfe Endverbraucher - ohne ärztliche Hilfe - in ihrer Erbmasse die Veranlagung für zehn Erb-Krankheiten, bzw. besondere erblich bedingte Gesundheits- Zustände erkennen können.  Dies kann sie dann zu bestimmten Änderungen ihrer Lebensweie motivieren, bzw. zu einer ausführlichen Beratung durch ihren Arzt.

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Quelle:  Presseerklärung FDA, Informationen 23andMe

 

Hilft warme Milch bei Einschlafstörungen?

Neue Forschungsergebnisse belegen: warmer Milch enthält keine Bestandteile, die tatsächlich als eine Art wirksames Schlafmittel gelten können. Doch Schlafstörungen beruhen meist auf seelischen Problemen, daher spricht auch nichts dagegen,  warme Milch versuchsweise als Einschlafhilfe zu nutzen.

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Alternativmedizin und Pflanzenheilkunde

Die eher unscheinbare Küchenpflanze Wasserkresse - auch Brunnenkresse genannt- ersetzt eine ganze Apotheke

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Krebsvorbeugung: Wundermittel Aspirin?

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Quellen: American Association for Cancer Research Annual Meeting 2017, Washington Post

Vitamine und Spurenelemente: Die Wirkung von Magnesium wird von vielen Menschen überschätzt

Die vielgenutzte Magnesium-Therapie wirkt bei schmerzhaften nächtlichen Beinkrämpfen nicht besser als ein in der Kontrollgruppe zur angeblichen Schmerzbekämpfung verordnetes Scheinmedikament (Plazebo).

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Diagnostik:  machen Computer in naher Zukunft viele Ärzte überflüssig?

Ist die software-gestützte künstliche Intelligenz (Arteficial Intelligenz  AI) möglicherweise selbst erfahrenen menschlichen Diagnostikern überlegen?  In der Zeitschrift The New Yorker wurde die Problematik der Treffsicherheit medizinischer Diagnosen anhand der Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Studien bzw. Experten-Interviews ausführlich und auf hohem Niveau analysiert. Anspruchsvolle Algorithmen, die zum "Deep learning" fähig sind, könnten in nicht allzu ferner Zukunft selbst erfahrenen Diagnostikern überlegen sein.

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Quelle The New Yorker

Langzeitstudie:  Entlastung für die Pille

Eine Frau, die Jahrzehnte lang mit der Pille verhütet, muss später nicht fürchten, aus diesem Grund an einem Krebs zu erkranken. Eine weitere große Langzeitstudie gibt nun Entwarnung. Offenbar verursacht die Pilleneinnahme sogar einen (kleinen) Schutzeffekt.

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Der FeNO-Atemtest erleichtert die Diagnose der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen).

Ein internationales Forscherteam fand in einer wissenschaftlichen Studie heraus, dass  sich die Konzentration des Biomarkers  fraktioniertes  Stickoxid (FeNO) in der nasalen Ausatemluft gut für die Diagnostik der häufig vorkommenden allergischen Rhinitis eignet.

Es zeigte sich bei der Analyse der Studiendaten, dass die Konzentration des  Biomarkers FeNO  bei Patienten mit allergischer Rhinitis und Asthma mehr als doppelt so hoch ausfiel, als bei den Patienten der Vergleichsgruppe, die unter keiner Entzündung der Atemwege litten.

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Quelle:Journal of Asthma and Allergy

Blutgruppenbestimmung wird in Zukunft deutlich vereinfacht  werden

Ein innovativer Schnell-Test ermöglicht schon bald eine Blutgruppenbestimmung in nur 30 Sekunden

Chinesische Wissenschaftler haben einen einfach und billig durchzuführenden Papierstreifentest entwickelt,  mit dessen Hilfe eine Blutgruppe am Krankenbettohne viel Aufwand, extrem schnell und zuverlässig  bestimmt werden kann.  Der Papiertest kann wahrscheinlich in Zukunft in Notsituationen  viele Menschenleben retten.  

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Quelle: Spiegel online und Science Translational Medicine
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Neue Studien bei Onkologen: Roche erzielt Top-Imagewerte in den Bereichen Lungenkarzinom und Mamma-/Ovarialkarzinom

 In der Indikation Lungenkarzinom wie auch im Bereich Mamma-/Ovarialkarzinom ist der Pharmahersteller Roche führend. Das geht aus den Ergebnissen von zwei neuen Studien zum Image von Pharmafirmen hervor, die Kantar Health Ende 2016 unter onkologisch tätigen Ärzten durchgeführt hat. Kantar Health ist eine weltweit führende Healthcare Beratungs-/Marktforschungsagentur.

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Umstrittenes Vitamin D:  Schutz vor Atemwegsinfektionen konnte bewiesen werden

Die einen schwören auf die vielfältigen positiven Wirkungen von
Vitamin D.  Andere Forscher sind skeptisch oder warnen gar vor Überdossierung und Nebenwirkungen.  Jetzt hat eine Forschergruppe das vorliegende Datenmaterial von 25 zufallsgesteuerten wissenschaftlichen Untersuchungen ausgewertet an denen mehr als 10.000 Patienten teilgenommen hatten. Sie kamen zu dem Ergebniss, dass die Einnahme von Vitamin D3 und Vitamin D2 statistisch signifikant vor akuten Atemwegsinfektionen schützt.  Diese Prophylaxe- Wirkung erwies sich als besonders ausgeprägt, wenn zu Beginn der Therapie mit Vitamin D im Labor besonders niedrige Blutkonzentrationen nachgewiesen werden konnten.  Die Autoren der im British Medical Journal veröffentlichten Studie kamen zu dem Schluß, dass Vitamin D ein sicheres Medikament ist und bei regelmäßiger Einnahme das Risiko von Atemwegsinfektionen senkt.

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Quelle: BMJ Februar 2017

Akupunktur

Die tausende Jahre alte chinesische Nadeltherapie wird besonders oft und gerne zur Schmerztherapie eingesetzt. Doch die Wirkung ist umstritten. Viele Anwender berichten über eine schlechte Schmerzdämpfung - oft entspricht die beobachtete Wirkung der Nadeltherapie jener einer wirkungslosen Schein-Akupunktur. Doch jetzt wurde eine in China durchgeführte Akupunktur-Studie im Fachblatt JAMA vorgestellt, die zeigte, dass die bei Migräne-Patienten durchgeführte Nadeltherapie gut wirkte - statistisch signifikant besser als eine bei Patienten der Kontrollgruppe durchgeführte Scheintherapie.

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Vitamine und Spurenelemente: Die Wirkung von Magnesium gegen Muskelkrämpfe wird überschätzt

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Bluthochdruck im fortgeschrittenen Lebensalter:  Ärzte wollen Zielwert auf 150/90 mm HG erhöhen.

Eine zu starke Senkung der erhöhten Blutdruckwerte beeinträchtigt  aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen bei alten Menschen die Lebensqualität. Daher diskutieren nun unterschiedliche Fach-Gremien die Erhöhung der empfohlenen Ziel-Blutdruckwerte - auf 150/90 mm HG.

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Allergie

Insektengiftallergie - aktualisierte US- Management-Empfehlungen

Jahr für Jahr kommt es sowohl in Deutschland, als auch in anderen Industrieländern im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen nach Insektenstichen zu einigen Todesfällen.  Besonders häufig werden Bienengiftallergien und Wespengiftallergien beobachtet. Aus diesem Grund geben die sachkundigen ärztlichen Fachgesellschaften regelmäßig aktualisierte  Empfehlungen heraus, wie  im Fall von vermuteten oder bestätigten Insektengiftallergien die Diagnostik und die Therapie medizinisch sinnvoll gehandhabt werden sollte.

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Quelle: http://www.jwatch.org/na43357/2017/02/02/recommendations-managing-stinging-insect-reactions?query=etoc_jwgenmed&jwd=000011130977&jspc=GP Ann Allergy Asthma Immunol 2017 Jan.

Heuschnupfen-Therapie sollte nicht abgekürzt werden

Die über die Mundschleimhaut anzuwendende sublinguale spezifische Immuntherapie  (SLIT) dauert mit rund fünf Jahren vielen Pollenallergikern zu lange.  Daher brechen sie die zu Hause durchzuführende Variante der Allergietherapie zu früh ab - oft ohne mit dem Arzt darüber zu sprechen. Doch dies erwies sich nun als keine gute Idee. Jetzt zeigte eine wissenschafttliche Studie, dass eine nur zweijährige sublinguale Immun-Therapie nicht wirkt. Den Therapieabbrechern droht die Entwicklung einer Asthma-Erkrankung.

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Quelle: JAMA, 2017

Impfen gegen Infektionskrankheiten beibt wichtig

Malaria-Impfstoff besteht erste Tests mit Patienten

Ein internationales Forscherteam hat einen Impfstoff entwickelt, der in einer Studie Patienten vollständig vor der Infektionskrankheit Malaria geschützt hat.

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Quelle: Spiegel online Februar 2017

Lungenkrebs-Screening

Die Krebs-Früherkennungs-Diagnostik ist derzeit bei Experten sehr umstritten. Überwiegen die Nachteile die erreichbaren Vorteile?

VieleÄrzte und auch Patienten meinen, dass Fortschritte bei der Bekämpfung der Krebserkrankungen nur durch eine deutliche Ausweitung der Früherkennnungs-Maßnahmen möglich ist. Doch ist das wirklich so?

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Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Sportmedizin
Körperliche Aktivität  und Senkung des allgemeinen Sterbe- und Herz-Kreislauf-Risikos

Eine im Fachblatt JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie zeigte, dass es für die Gesunderhaltung offenbar bereits ausreicht, wenn man sich nur am Wochenende an zwei Tagen ein wenig (150 Minuten)sportlich betätigt.

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Quelle: JAMA Internal Medicine 2017

Integrative Medizin

Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose)

Die bei Alternativ-Medizinern beliebte und weit verbreitete Therapie der Arthrose der Kniegelenke mit Glukosamin und Chondoitin erwies sich in einer wissenschaftlichen Studie als nicht geeignet, um den Gelenkschmerz effektiv - also besser - zu bekämpfen, als ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Plazebo). 

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Quelle: Arthritis and Rheumatology

Kinderheilkunde, Psychiatrie und Geburtshilfe:

Wenn Mutti Depressionen hat

Wenn eine werdenden Mutter während der Schwangerschaft
Anti-Depressiva einnimmt, dann erhöhte sich bei den Neugeborenen laut einer in Schweden durchgeführten Studie das allgemeine Sterberisiko, bzw. die Zahl der erforderlichen Krankenhausaufnahmen. Die Autoren der Studie wiesen aber auch darauf hin, dass  in der Gruppe der Kinder  der Studienteilnehmerinnen die Zahl schwerer Krankheiten insgesamt sehr niedrig war.

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Quelle. Pediatrics, American Academy of Pediatrics.

Gesunde Ernährung

Tee erweist sich auch in neuer Studie wieder als ein gesundes Lebensmittel 

 

Weit verbreitete Genußmittel wie Tee, Kaffee und Zigaretten waren und sind in ihrem Einfluß auf die Gesundheit des Menschen noch immer umstritten. Im renommierten Fachblatt Heart wurde nun eine große Beobachtungstudie veröffentlicht, in deren Verlauf sich zeigte, dass jene Menschen seltener einen Herzinfarkt erlitten, die täglich Tee trinken.

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Quelle: JAMA 2017

Asthma bronchiale:   bei Erwachsenen ist jede dritte Diagnose
falsch 

Sehr häufig wird die Diagnose Asthma ohne die eigentlich unerläßliche Anwendung der objektive Ergebnisse liefernden Testverfahren Spirometrie und FeNOAtemtest gestellt. Es verwundert daher nicht, dass etwa jede dritte Diagnose falsch ist. 

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Quelle: JAMA 2017

Schweiz: Hyperthermie-Krebstherapie Ab 2017 bezahlen Schweizer Kassen Hyperthermie in Kombination mit Strahlentherapie

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 hat das Bundesamt für Gesundheit Hyperthermie-Behandlungen in Kombination mit Bestrahlung in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen. Damit können Patienten nun die Kosten für diese komplementärmedizinische Form der Krebstherapie über die Krankenkassen abrechnen. Hyperthermie erhöht Heilungschancen bei Krebs

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Quelle:  www.heilpraxisnet.de

Fischöl-Therapie: Vorbeugung von Asthma bei kleinen Kindern

Wenn Schwangere im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft pro Tag 2,4 Gramm Fischöl (in Form von Fischöl-Kapseln) einnehmen, dann haben ihre Kinder in den ersten fünf Lebensjahren ein um ein Drittel niedrigeres Risiko an Asthma und anderen entzündliche Atemwegsleiden zu erkranken. Im Rahmen dieser im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie, konnten keine unerwünschten Nebenwirkungen dieser vorbeugenden Therapie festgestellt werden - weder bei den Müttern, noch später bei deren Kindern.

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Volltext kostenlos
Quelle:Bisgaard H, Stokholm J, Chawes BL, et al. Fish Oil-Derived Fatty Acids in Pregnancy and Wheeze and Asthma in Offspring. N Engl J Med. 2016 Dec 29;375(26):2530-9. doi: 10.1056/NEJMoa1503734. (Original)

USA:  Warnhinweis für Homöopathie 02.01.2017 

Die Debatte um die Wirksamkeit von Homöopathika tobt seit Jahren. Dabei ist die Studienlage eindeutig. Jetzt legt die US-amerikanische Handelsbehörde FTC  daher fest: Homöopathische Medikamente müssen klar als wirkungslos gekennzeichnet sein.  In Zukunft muss auf den frei verkäuflichen homöopathischen Medikamenten vermerkt sein, dass sie nicht wirken. Das hat in den USA die Federal Trade Commission festgelegt. Sollte es auch in Zukunft keine wissenschaftlich aussagekräftigen Studien zur Wirksamkeit der Mittel geben, so müsse auf die Verkaufspackungen  ein Warnhinweis aufgedruckt sein, dass das Produkt nicht wie angekündigt funktioniert“, so die FTC.  Naturgemäß sind die Homöopathen ganz anderer Meinung. Sie verweisen auf zahlreiche Studien, die ihrer Meinung nach die Wirksamkeit der Homöopathie eindeutig beweisen.

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Quelle: Laborwelt

D-Mannose: hilft bei manchen antibiotika-resistenten Harnwegsinfektionen.

Doch die Hauptanwendung ist die Vorbeugung von immer wieder aufflackernden  Harnwegsinfektionen.

Der Zucker D-Mannose wird rezeptfrei in der Apotheke als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und soll Harnwegsinfekten vorbeugen, indem es bestimmte Bakterien daran hindert ( dies weurde in Tierversuchen herausgefunden) sich an der Wand der Harnblase festzusetzen. Andere Untersuchungen lieferten Hinweise darauf, dass D-Mannose schädliche Bakterien an der Vermehrung hindert und dafür  für die Darmflora wichtige "gute" Bakterien  bei ihrer Ausbreitung im Darm unterstützt. Die zusammen getragenen  Informationen sind bisher aber widersprüchlich und sollten nach Meinung der Forscher im Zuge weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen abgeklärt werden.

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und auch hier
Quelle: WIKIPEDIA und WebMD

"Volksnahrungsmittel" Magensäureblocker?

Wie in Spiegel online zu lesen war, verordnen deutsche Ärzte angeblich viel zu häufig sog. Protonenpumpenhemmer, die im Volksmund auch "Magensäureblocker" genannt werden.  Dies ergab eine Analyse der Barmer Krankenkasse , die das Unternehmen für das Magazin SPIEGEL durchgeführt hatte. 

Die Protonenpumpenhemmer unterdrücken im Verdauungstrackt die Freisetzung von Magensäure (Salzsäure) nahezu total und bekämpfen so Magengeschwüre und Sodbrennen.   Doch bei der üblichen Langzeit-Einnahme kommt es oft zu gefährlichen Nebenwirkungen durch Knochenschwund bedingter Knochenbrüche und zu einem Magnesiummangel, der Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle begünstigt. 

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Quelle: Spiegel online

Holzkirchen - Lieferung mit Piperacillin/Tazobactam HEXAL® weiterhin umfangreich gewährleistet ...

Diese Nachricht enthält Informationen für medizinische und pharmazeutische Fachkreise und kann mit DocCheck-Passwort gelesen werden.

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Quelle. werbende Presseerklärung Fa. Hexal

Sind viele Arztbesuche tatsächlich überflüssig?

Spiegel online beleuchtet diese Frage ausführlich und stützt sich dabei auf Daten, die von deutschen Krankenkassen zusammengetragen wurden.

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Quelle Spiegel online

Prost Neujahr!
Ist Alkohol weniger schädlich für die Gesundheit als bisher angenommen?

Die vom Alkohol ausgehenden Gesundheitsgefahren wurden bisher überschätzt. Ein mäßiger Alkoholkonsum tötet offenbar keine Hirnzellen ab, sondern beeinflusst die Hirnleistung nur kurzfristig. Sobald der Alkohol abgebaut ist, funktioniert das Gehirn wieder normal. Mittel- und langfristig gesehen erhöht ein mäßiger Alkoholkonsum offenbar sogar die Leistungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns.

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Quelle: Spiegel online , AAAC Science Net, American Journal of Epidemiology

Innere Medizin: Dauer der Antibiotika-Therapie ist umstritten

Die Ärzte sind sich uneins: darf man bakterielle Infektionen wie beispielsweise Lungen- oder Mittelohrentzündungen mit einer von 10 auf 5 Tage verkürzten Antibiotika-Therapie behandeln, ohne die Patienten zu gefährden ?

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(Mittelohrentzündungen)

Kinderheilkunde und Neurologie: Die bisher übliche Therapie einer akuten Gehirnerschütterung wird derzeit grundsätzlich überdacht.

Bisher wurde den Patienten unmittelbar nach dem Unfall als Vorsichtsmaßnahme strenge Bettruhe verordnet.  Nun zeigt eine im  US-Fach-Journal JAMA veröffentlichte Studie zur Überraschung der Forscher, dass ein sehr früher Beginn derkörperlichen Aktivitäten  den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst hatte.

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Quelle: JAMA

Feminismus:  Sind Frauen generell die besseren Ärzte?

Bisher gingen in den USA die meisten Medizin-Profis davon aus, dass das deutlich geringere Einkommen von Ärztinnen darauf zurück zu führen sei, dass auch die Qualität ihrer beruflichen Leistungen entsprechend geringer ausfällt.  Diese Erklärung wurde hinter vorgehaltener Hand unter anderem auf die auch in den USA übliche Doppelbelastung vieler Frauen zurück geführt.  Doch nun hat eine im Fachblatt JAMA veröffentlichte Studie gezeigt, dass diese weit verbreiteten Vorurteile nicht berechtigt sind. Sobald Patienten nämlich von weiblichen Internisten behandelt worden waren, fiel sowohl ihre 30-Tage-Sterblichkeit geringer aus, als auch die Wahrscheinlichkeit der schnellen Wiederaufnahme in stationäre Behandlung.  Obgleich die Unterschiede nicht groß waren, zeigen die erhobenen Daten, dass das niedrigere Einkommen der Ärztinnen nicht mit schwächeren fachlichen Leistungen begründen läßt.

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Quelle: JAMA 2016

Chirurgie: Geplante Routine-Operationen,  oder überraschend notwendiger Notfall-Eingriff? 

Die Gabe weit verbreiteter sog. "Blutfettsenker" aus der Wirkstofffamilie der Statine vermindern offenbar das Risiko von OP-Komplikationen - und erwies sich daher in vielen Fällen als Lebensretter.

In den USA wurden die Daten von 180.478 Patienten analysiert, die sich einer OP unterzogen hatten, die nicht das Herz betraf.  Es zeigte sich, dass Patienten, die am Tag der Operation, oder in den 24 Stunden danach einen Blutfetttsenker aus der Familie der Statine eingenommen hatten,  im ersten Monat nach dem Eingriff ein deutlich niedrigeres Sterberisiko aufwiesen - verglichen mit den Patienten der Vergleichsgruppe, die keine Statine erhalten hatten.  Weitere Untersuchungen werden in Zukunft zeigen müssen, ob im Zusammenhang mit Operationen aus wissenschaftlicher Sicht eine allgemeine Empfehlung der Statin-Begleittherapie   gerechtfertigt ist.

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Quelle:JAMA 2016

Chirurgie

Häufige Diagnose Karpal-Tunnel-Syndrom  - Unklarheiten bei der Diagnose und der nachfolgenden Therapie

Das sogenannte Karpal-Tunnel-Syndrom kommt nahezu gleich häufig vor wie die weit verbreitete Arthrose der Kniegelenke (Gonarthrose).  Doch trotz der Häufigkeit dieser Leiden werden sehr häufig Fehldiagnosen gestellt und die Auswahl der ärztlich empfohlenen Therapien erweist sich oft auch als kontrovers und unter Chirurgen als heftig umstritten. Bei beiden Leiden wird nach Meinung vieler Ärzte auch in Deutschland zu häufig operiert - gelegentlich mit  zweifelhaftem Erfolg.  
Jetzt haben sich international bekannte Orthopädie-Experten im renommierten Fachblatt New England Journal of Medicine ausführlich zu diesen beiden Krankheiten geäußerte und haben mit ihren detaillierten Ratschlägen zahlreiche Krankheits-Varianten abgehandelt,  die ganz unterschiedliche Therapien erfordern.

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Quelle: NEJM 2016

Vitamin-D-Prophylaxe im Zwielicht:  Was nun?

In einem See von Unsicherheiten galt bisher die vorbeugende Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel als eine gute, der Gesundheit dienliche  Idee - und wurde auch von vielen Ärzten wohlwollend unterstützt.  Dies insbesondere dann, wenn sich die Individuen wenig im Sonnenlicht aufhalten, was die natürlich Synthese von Vitamin D behindern kann. Doch nun kommen Zweifel an der Wirkung auf, die Patienten und Ärzte verunsichern werden.

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Quelle: British Medical Journal 2016

Alkohol als wenig beachteter Risikofaktor für Krebs?

Schon relativ kleine Mengen an Alkohol erhöhen das statistische Risiko für bestimmte Arten von Krebs  - insbesondere Darm-, Leber- und Speiseröhrenkrebs sind gefürchtete Folgen des regelmäßigen und/oder übermäßigen Alkohol-Konsums. Forscher fanden bei der Auswertung von Statistiken heraus, dass nur wenige Menschen den ärztlichen Rat befolgen,  an zwei Tagen der Woche ganz auf Alkohol zu verzichten.
Besonders hoch ist das individuelle Krebsrisiko immer dann, wenn Menschen rauchen und zusätzlich  auch regelmäßig Alkohol trinken - was oft der Fall ist.  Diese Tatsachen ändern aber nichts an der die Lage komplizierenden  Erkenntnis, dass ein mäßiger Alkoholgenuß (als grobe Orientierung: 1-2 Gläser Rotwein am Tag)  offenbar das Risiko tödlicher Herzinfarkte senkt.

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Quelle: online Focus, Navigator  Medizin

Ist die Asthma-Diagnose  schon bald mit Hilfe eines einfach durchzuführenden Speicheltests möglich?

An der Universität Loughborough entwickelte ein Forscherteam einen einfach durchzuführenden Speicheltest, der es möglich macht, mit Hilfe der Analyse "metabolischer Biomarker" - das sind körpereigene Substanzen, die bei  Stoffwechsel entstehen- Allergien und Asthma nachzuweisen.
Der Test kann in jeder Altersgruppe zum Einsatz kommen. Bevor der Speichel-Test allerdings in der ärztlichen Alltagspraxis verfügbar ist, sind erst noch die üblichen, breit angelegten wissenschaftliche Zulassungs-Studien erforderlich. Doch dass die innovative Methode grundsätzlich für die Diagnose von Asthma  geeignet ist, konnte nun bereits nachgewiesen werden.

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Quelle: Dr. tipster

Krebs: die Immuntherapie ist bei bösartigen Tumorleiden umstritten

Die Immuntherapie wird seit einiger Zeit in zahlreichen Varianten als der große Durchbruch bei der Krebstherapie gefeiert.  Damit erhalten Patienten eine Chance, die bis vor kurzem als unheilbar und dem Topd geweiht galten. Weltweit machte sich daher unter Onkologen Euphorie breit.  Doch nun hat diese Hoffnung einen Dämpfer erhalten.

Die angesehene New York Times berichtete ausführlich über den um sich greifenden Verdacht, dass die teuren Immun-Therapeutika auch die noch gesunden inneren Organe der Patienten angreifen und innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen.

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Quelle: NYT

Homöopathie: Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie

Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy

• Versorgungsforschung
• Randomisierte kontrollierte klinische Studien
• Meta-Analysen
• Grundlagenforschung

 

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Quelle: Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie
Scientific Society for Homeopathy




 

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